Schon am Eingang wurde deutlich, worum es an diesem Tag ging. Eine überdimensionale „30“, liebevoll aus Fotos der vergangenen Jahrzehnte gestaltet, lud zum Verweilen ein. Sie erzählte die Geschichte einer Einrichtung, in der Generationen von Kindern gespielt, gelernt, gelacht und Freundschaften fürs Leben geschlossen haben.
Die Kinder zeigen, worauf es ankommt
Den Auftakt machten die Kinder selbst. Mit dem Lied „Ich kenn ein Haus“ nahmen sie die Gäste mit auf eine musikalische Reise durch ihren Kita-Alltag. Wenig später folgte ein Rap, den sie mit Gebärden begleiteten – ein beeindruckendes Zeichen dafür, dass Verständigung viele Sprachen kennt. Beim abschließenden Tanz zu „Geronimo“ sprang der Funke endgültig über: Kinder, Eltern und Mitarbeitende ließen sich von der mitreißenden Stimmung anstecken.
Zwischen Spielstationen, Riesenseifenblasen, Glitzertattoos und professioneller Bewirtung verwandelte sich das Außengelände der Kita in das, was Einrichtungsleiterin Annette Clauß treffend als „ein großes, fröhliches Open-Air-Festival“ beschrieb.
30 Jahre voller kleiner Geschichten
Mit viel Herz und einem Augenzwinkern blickte Clauß in ihrer Rede auf die vergangenen drei Jahrzehnte zurück: „30 Jahre Bunte Arche – das sind Hunderte von Socken und Haarspangen, unzählige Teddys und Kuschelbären und die immer gleichen wichtigen Fragen: Was gibt's heute zu essen? Brauchen wir eine Matschhose? Gehen wir noch in den Garten?“
Hinter diesen kleinen Alltagsmomenten steckten unzählige Geschichten, Erinnerungen und Entwicklungsschritte. Vieles habe sich in den vergangenen 30 Jahren verändert – eines jedoch nie: „Alle dürfen hier so sein, wie sie sind.“
Besonders freue sie sich über eine Frage, die Besucher*innen immer wieder stellten: „Wo sind denn die Kinder auf den heilpädagogischen Plätzen?“ Für Clauß ist genau das das größte Kompliment. „Dann haben wir alles richtig gemacht.“ Sichtlich bewegt bedankte sie sich bei ihrem Team, den Familien und allen Wegbegleiter*innen, die die Bunte Arche zu dem gemacht haben, was sie heute ist. Besonders hob sie auch die engagierten Eltern hervor, die über zwei Jahre hinweg die liebevolle Eingangsdekoration gestaltet hatten.
Inklusion ist kein Konzept – sie ist Alltag
Christina Binder, stellvertretende Geschäftsführerin der Lebenshilfe Freising und verantwortlich für den Bereich Kindertageseinrichtungen, griff in ihrer Ansprache genau diesen Gedanken auf: „Inklusion ist völlig falsch verstanden, wenn man meint, da sind ein paar Menschen mit Behinderung – und die sind halt jetzt dabei“, sagte sie. „Eine Gesellschaft ist nur dann stark, wenn jeder so sein darf, wie er ist.“ Die Bunte Arche zeige seit 30 Jahren, wie das gelingen könne. Hier werde Vielfalt nicht erklärt, sondern gelebt – Tag für Tag.
Binder dankte dem engagierten Team, den Familien sowie der Gemeinde Eching für die vertrauensvolle Zusammenarbeit. Gemeinsam arbeiteten sie jeden Tag daran, „dass unsere Welt bunt und schön bleibt.“
Gemeinsam Zukunft gestalten
Auch Echings Erster Bürgermeister Michael Steigerwald würdigte die Entwicklung der Einrichtung. Sein Dank galt allen, die die Bunte Arche in den vergangenen drei Jahrzehnten geprägt haben. Ohne ihren Einsatz wäre diese Erfolgsgeschichte nicht möglich gewesen. Gleichzeitig bekräftigte er, dass die Gemeinde auch künftig in ihre Kindertageseinrichtungen investieren werde.
Für den Vorstand der Lebenshilfe Freising gratulierte Vorstandsvorsitzender Robert Wäger zum Jubiläum und hob hervor, wie selbstverständlich die Bunte Arche seit vielen Jahren Teil des Echinger Gemeindelebens ist. Die Einrichtung stehe beispielhaft für das, wofür die Lebenshilfe Freising seit jeher eintritt: Teilhabe, Gemeinschaft und gelebte Inklusion.
Ein Fest, das lange nachwirkt
An diesem Sommertag wurde nicht nur ein Jubiläum gefeiert. Es wurden Erinnerungen geteilt, neue Begegnungen geschaffen und viele kleine Momente gesammelt, die noch lange in Erinnerung bleiben werden. Vielleicht war genau das das schönste Geschenk zum 30. Geburtstag der Bunten Arche: Zu erleben, dass ein Ort, an dem Kinder ganz selbstverständlich miteinander aufwachsen dürfen, auch nach drei Jahrzehnten nichts von seiner Strahlkraft verloren hat.
Oder, wie es Clauß zum Abschluss so treffend formulierte: „Wir werden weitermachen, noch viel mehr Glitzer verbrauchen und uns jeden Tag dafür einsetzen, dass alle so sein dürfen, wie sie sind.“
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