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Die Idee zum

Lenadi-Projekt

(LENADI: Leichter Nachrichtendienst) ist während des ersten Lockdowns in der Pandemie entstanden. Franz Kratzer und Lisa Daniels vom Betreuten Wohnen der Lebenshilfe Freising hatten damals Mühe, ihre Betreuten trotz der Kontaktbeschränkungen regelmäßig über alle Maßnahmen und Hygieneregeln zu informieren und wendeten sich an die Beratungsstelle Unterstützte Kommunikation (BUK). Gemeinsam setzte sich Sintje Reicheneder von der BUK mit ihren Kolleg*innen mit dem Problem auseinander.

LENADI - Leichter Nachrichtendienst

Die Regeln änderten sich damals laufend, die Gesamtsituation war beängstigend und verwirrend - nicht nur für die Betreuten. Sintje Reicheneder erinnert sich: "Ich weiß noch, wie ich selbst andauernd nach neuen Nachrichten gegoogelt habe." - Und genau da lag das Problem: Menschen mit geistiger Behinderung haben keinen barrierefreien Zugriff auf Nachrichten in leichter Sprache. Es gibt vereinzelte, leider auch unzureichende Videos auf verschiedenen Plattformen wie YouTube zum Beispiel. Aber allein da hinzufinden, ist ein großes Problem. In Google Begriffe einzugeben, obwohl man gar nicht weiß, wie „Corona“ oder „Pandemie“ geschrieben werden, ist quasi unmöglich. Zudem sind viele Menschen auch gar nicht in der Lage, etwas zu lesen oder zu schreiben.

Schließlich stießen die Kolleg*innen auf die digitale Pinnwand „Padlet“, die auch viel in den Schulen zum Homeschooling genutzt wurde. Sie eignete sich hervorragend für den barrierearmen Zugang (100% barrierefrei ist auch diese Plattform nicht) und sie begannen, leichte Videos mit Fotos, Symbolen und einer synthetischen Stimme dort einzustellen; beispielshalber über die Vor- und Nachteile des Impfens.

Mit dieser Idee war das Team im letzten Jahr sogar für den bayerischen Digitalpreis nominiert.

Diese Videos wurden gut verstanden und im Laufe der Monate wurden immer neue Nachrichten nötig. Um nur einige Beispiele zu nennen:

- Was bedeutet „Quarantäne“?

- Was ist beim Vulkanausbruch passiert?

- Warum gibt es Krieg?

- Warum muss Boris Becker ins Gefängnis?

Zusätzlich ist auch Unterhaltung ein wichtiges Thema: Witze zum Beispiel oder mal ein neuer Song mit deutschem Text lockern das Nachrichtenportal auf. Auch leichte Kochrezepte, die eine Mitarbeiterin in liebevoll gedrehten Videos vermittelt, haben ihren Weg zu LENADI gefunden. Allen macht das großen Spaß!

Zukünftig soll nun eine inklusive Redaktion gegründet werden, in der gleichberechtigt Menschen mit Behinderung mit den Kolleg*innen zusammen arbeiten. "Wir hoffen auf eine Förderung durch die Aktion Mensch. Und auf eine Veröffentlichung von LENADI auch über die Lebenshilfe Freising hinaus", so Reicheneder optimistisch.

LENADI kann von allen mobilen und stationären Endgeräten abgerufen werden.

Das Padlet kann einmalig als App installiert werden, als Link verschickt oder als QR-Code gescannt werden. Der Zugang ist leicht und bleibt immer gleich. Wer LENADI nutzen möchte, kann sich an

-Sintje Reicheneder (sintje.reicheneder@lebenshilfe-fs.de),

- Franz Kratzer (franz.kratzer@lebenshilfe-fs.de) oder

- Lisa Daniels (lisa.daniels@lebenshilfe-fs.de) wenden.

Datum: 23.05.2022

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