Presse
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Unser Tausendfüßler
Der "Tausendfüßler" ist die Zeitschrift der Lebenshilfe Freising e.V. und erscheint vierteljährlich im Januar, April, Juli und Oktober. Vereinsmiglieder, Mitarbeiter, Freude und Förderer erhalten diese jeweils zugeschickt.
Der Tausendfüßler soll Mitglieder, Menschen mit Behinderung und deren Angehörige, Mitarbeiter, Freunde und Förderer sowie die interessierte Öffentlichkeit von Meinungen, Ereignissen und Aktionen der Lebenshilfe informieren. Jedes Heft hat dazu ein
Schwerpunktthema und mehrere Rubriken aus dem Alltag unserer Einrichtungen.
Autoren der Aufsätze und Berichte sind ehrenamtliche und hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Lebenshilfe Freising. In jeder Ausgabe kommen auch Menschen mit Behinderung und Gastautoren zu Wort.
Hier gibt es die aktuelle Ausgabe zum Herunterladen.
Aktuelle Meldungen:
17. Januar 2012
Die große Vielfalt im VivaVita / Restaurant der Lebenshilfe Freising hat Angebot stark erweitert

„Jetzt können unsere Gäste noch länger den fabelhaften Ausblick ins Grüne auf Moosachwiesen und Weihenstephaner Berg genießen“, freut sich Christian Burger. Er ist Betriebsleiter des Restaurants und Tagungshauses VivaVita der Lebenshilfe Freising, dem einzigen Integrativen Restaurant in und um Freising. Es ist für behinderte und nicht behinderte Menschen ein attraktiver Arbeitgeber und für seine treuen Gäste seit Jahren ein Genuss-Treffpunkt. Im neuen Jahr 2012 hat im VivaVita die große Vielfalt in Küche und Panorama-Gastraum Einzug gehalten. Werktags wie auch am Sonntag wurde das kulinarische Angebot stark erweitert.
Von Montag bis Freitag ab 9.30 Uhr können die Gäste sich jetzt mit neuen Frühstückskreationen verwöhnen lassen: Die Frühstückskarte reicht von einem kleinen Frühstück über ein Wellness-Frühstück (Obst, Müsli,Joghurt) oder einem Frühstück für Veganer bis hin zum Weißwurst-Frühstück. Das beliebte Mittagsbuffet für 7,50 € von 12 bis 14.30 Uhr kann jetzt gerne noch mit Kaffee- und Teespezialitäten sowie Gebäck verlängert werden – oder man verwöhnt sich damit nach einem Nachmittagsspaziergang im nahen Grünen.
„Am Sonntag hat man Zeit. Da kann man bei uns den ganzen Tag verbringen“, schmunzelt Restaurantleiterin Sibylle Radt. Von halb zehn bis halb zwölf lockt nun ganz neu ein reichhaltiges Frühstücksbuffet von süß bis deftig – oder man verlängert zum bisherigen, äußerst beliebten Brunch bis 14 Uhr. „Gästen, die nur zum Mittagessen kommen wollen, bieten wir von zwölf bis zwei Uhr eine Auswahl feinster Gerichte à la carte“, so VivaVita-Leiter Burger, „und das alles vor allem mit Produkten aus der Region!“ Nach dem Verdauungsspaziergang auf den Weihenstephaner Berg rundet ein Haferlkaffee mit hausgemachtem Strudel den Schlemmersonntag an der Moosach ab, bevor man in wenigen Schritten wieder in der Freisinger Innenstadt ist.

3. Dezember 2011
„Wir bauen auf unsere Eltern“ / Monika Haslberger zum Welttag der Menschen mit Behinderung
„Die Lebenshilfe Freising wurde im Jahr 1968 von Eltern von Menschen mit Behinderung und von Fachleuten gegründet. Der Selbsthilfegedanke aus der Gründerzeit ist vor allem in den letzten Jahren einem starken Veränderungsprozess unterworfen, weil die Funktion als Einrichtungsträgerin stark gewachsen ist.“
So steht es im neuen Leitbild der Lebenshilfe Freising, das in diesem Jahr verabschiedet worden ist. Dieser Satz drückt deutlich aus, dass sich die Rolle der Eltern von Kindern und Erwachsenen mit Behinderung in den letzten 40 Jahren geändert hat. Der Selbsthilfegedanke steht nicht mehr im Vordergrund, die Sozialverbände in Deutschland bieten in ihren Einrichtungen und Diensten breit gefächerte, für alle Menschen geeignete Angebote, die von Fachleuten mit hoher Kompetenz begleitet werden. Und die Eltern müssen nicht zwangsläufig Mitglied werden, damit ihr Kind gut betreut wird.
Bei der Lebenshilfe Freising ist die Zahl der Mitglieder in den letzten Jahren zwar konstant geblieben. Da aber die Zahl der Menschen mit Behinderung, die wir bei uns betreuen, zugenommen hat, kann uns diese Bilanz nicht zufriedenstellen.
In der heutigen Zeit ist die Bereitschaft, in einem Verein Mitglied zu werden, nicht mehr so vorhanden. Eher gibt es eine Angst, sich für irgendetwas zu verpflichten. Für die Lebenshilfe, die als Elternvereinigung gegründet wurde und diesen Zusatz im Namen behalten möchte, ist diese Entwicklung eher erschreckend. Denn hier in der Lebenshilfe sollen alle mitwirken und zusammenarbeiten: die Menschen mit Behinderung, ihre Eltern und Angehörigen, die Ehrenamtlichen und die Hauptamtlichen in den Einrichtungen.
Heute stellt sich den Eltern mit Recht die Fragen: Sind sie jetzt überflüssig? Wer unterstützt sie? Haben sie eine neue Rolle oder nur eine zusätzliche?
Ich meine: Wir müssen die Kompetenz der Eltern und Angehörigen nutzen! Sie sind die ersten und auf Dauer auch wichtigsten Personen im Leben ihrer Kinder. Die Aufgabe der ganzen Gesellschaft ist es, sie dabei tatkräftig zu unterstützen. Dass wir bei der Lebenshilfe Freising uns dabei auf unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger in und um Freising verlassen können, davon bin ich überzeugt!
Monika Haslberger, 1. Vorsitzende der Lebenshilfe Freising e.V.

24. November 2011
„Grünes Klassenzimmer“ für Menschen mit Behinderung / Landrat und Bürgermeister eröffneten neues Projekt der Berufsschulstufe der Lebenshilfe auf dem Biohof Schönegge

Ganz untypisch still war es auf dem Biohof der Familie Schönegge in Meilendorf bei Nandlstadt. Das war der winterlichen Jahreszeit geschuldet: Am nebelverhangenen Novembervormittag waren rund um die Einöde nördlich von Attenkirchen nur die Fahrzeuge der Gäste zu hören, die zur Eröffnung des neuesten Projekts der Lebenshilfe für junge Erwachsene anreisten. Schon seit einem Jahr besteht durch einen wöchentlichen Praxistag der Kontakt der Berufsschulstufe von Fröbelschule bzw. Heilpädagogischer Tagesstätte mit dem Biohof Schönegge. Doch seit dem Schuljahr 2011/12 beherbergt ein eigens errichteter Neubau das „grüne Klassenzimmer“ der Berufsschulstufe, in dem Arbeitsabläufe in einem Biobetrieb aber auch das Leben und Arbeiten mit und in der Natur geübt werden können.

Diesen Aspekt betonte auch Landrat Michael Schwaiger, der in seinem Grußwort von seinem kürzlichen Besuch der Berufsstufenschüler an ihrem Praktikumsplatz am Münchner Flughafen berichtete: „So wie diese Jugendlichen ein eher technisches Umfeld erkunden, können die Schüler auf dem Biohof Schönegge alle Tätigkeiten im Landbau einüben.“ Es bedankte sich für den Idealismus der Gastgeberin, der Familie Schönegge, und bei den Verantwortlichen der Lebenshilfe, die dieses innovative Projekt in die Wege geleitet hätten.

Auch Jakob Hartl, 1. Bürgermeister des Markts Nandlstadt, freute sich, dass eine solche zukunftsweisende Initiative gerade in seiner Gemeinde Gestalt annimmt. Lebenshilfe-Geschäftsführer Franz Burger dankte in seiner Erwiderung den Verantwortlichen in der Politik für ihre Unterstützung und bat um vorausschauende Unterstützung des Pilotprojekts durch die staatlichen Stellen.

Gastgeber Erhard Schönegge und Hildegard Waldinger, Bereichsleiterin Bildung und Erziehung bei der Lebenshilfe, erläuterten im Anschluss die Projektidee: Die dreijährige Berufsschulstufe übernehme eine Brückenfunktion zwischen Schule und Erwachsenenleben und bereitet auf ein möglichst selbstbestimmtes Leben in der Gesellschaft vor:
- selbständige Wahrnehmung eigener Interessen
- Aneignung von Schlüsselfertigkeiten wie Ausdauer, Zuverlässigkeit, Sorgfalt und Eigenverantwortung
- Entwicklung selbständiger Freizeitinteressen
- Vorbereitung auf ein Leben außerhalb der Familie.
Der außerschulische Lernort Biohof verdeutliche das: Der Biohof ist der Ort, an dem die SchülerInnen ihr 1. Berufsschulstufenjahr absolvieren. Die Loslösung vom bekannten Schulbetrieb symbolisiere, dass jetzt der Fokus auf der Vorbereitung auf ein Leben nach der Schule liegt.
Die von der Gärtnerei bereitgestellten Arbeiten im Säen, der Wässerung, Düngung der Pflanzen, der Bodenpflege und der Ernte gebe den Schülern die Möglichkeit, ein Arbeitsfeld exemplarisch kennen zu lernen. Der Zusammenhang zwischen eigener Leistung und Ergebnis ist leicht vor Ort nachvollziehbar. Durch die Beteiligung am Hofverkauf und der Auslieferung zeige man den Zusammenhang zwischen Arbeit und Entlohnung. Da die Arbeit der jahreszeitlichen Witterung unterworfen sei, gebe dies Anlass zur Beschäftigung mit dem Wetter und der selbstverantwortlichen Planung der eigenen Bekleidung.
„Auf dem Biohof Schönegge arbeiten Lehrlinge, Praktikanten, Freiwillige und weitere MitarbeiterInnen im Büro, im Verkauf und in der Auslieferung. Das Klassenzimmer befindet sich in einem Haus zusammen mit einer Wohnküche, in dem sich ein Teil der Mitarbeiter und die Berufsschulstufenschüler begegnen. Kontakte entstehen durch die gemeinsamen Arbeiten auf den Feldern und in den Gewächshäusern. So können die Schüler die Gestaltung von Beziehungen zu Menschen ohne Behinderung einüben“, erklärte Hildegard Waldinger.
Bei Musik von Willi Abele auf dem Akkordeon und einem selbstgemachten Buffet konnten die Räume besichtigt werden. Auf Schautafeln zeigten viele Bilder von der Ernte im Herbst die ersten Wochen des „grünen Klassenzimmers“ der Berufsschulstufe auf dem Biohof Schönegge.

17. November 2011
Bilder von der Benefiz-Fashion-Gala
Zugunsten des Neubaus der Heilpädagogischen Tagesstätte (HPT) Freising präsentierten Schülerinnen und Schüler, Eltern sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Freisinger Luitpoldhalle Mode, die von verschiedenen Bekleidungshäusern zur Verfügung gestellt wurden. Fantasievolle Kreationen präsentierten die Schülerinnen und Schüler der Bavarian International School in Haimhausen. Die Musik kam vom Jugendblasorchester der Stadt Freising unter der Leitung von Beate Kittsteiner. Auch Felicitas Frank aus Haindlfing, Teilnehmerin einer TV-Talentshow, trug durch ihren Eröffnungssong zum Glamour des Abends bei. Durch die Gala führte der Initiator und kreative Kopf des Events Marcus Krause, Stellvertretender Leiter der HPT.



















9. November 2011
Menschen mit Behinderung gehören einfach dazu / Bisheriger Vorstand der Lebenshilfe Freising wurde bestätigt
Alle Vorstände der Lebenshilfe Freising e.V., darunter die 1. Vorsitzende Monika Haslberger und der 2. Vorsitzende Dr. Günter Knobel, wurden in ihrem Amt bestätigt. Die Mitgliederversammlung der Elternvereinigung zur Betreuung von Menschen mit (geistiger) Behinderung im Landkreis Freising sprach allen bisherigen Mitgliedern des Vorstands ihr Vertrauen aus und bestätigte sie bei den turnusmäßigen Neuwahlen.

Im Lebenshilfe-eigenen integrativen Tagungshaus und Restaurant VivaVita berichtete die bisherige und neue 1. Vorsitzende Monika Haslberger über das abgelaufene Vereinsjahr mit seinen Neuerungen wie dem verabschiedeten neuen Leitbild der Lebenshilfe, dem neuen Leitmotto mit Logo. Ein Rückblick auf die Veranstaltungen zeige die Vielfalt der Themen und Feste innerhalb des Vereins. Besonders am Herzen lag Frau Haslberger die wichtige Rolle der Eltern in der Lebenshilfe
Geschäftsführer Franz Burger berichtete von den Einrichtungen der Lebenshilfe, der Tochterfirma Integrationsprojekt Freising gGmbH und der Stiftung Lebenshilfe Freising. Neue Einrichtungen konnten gewonnen werden, wie der mittlerweile integrative Kindergarten „Zauberwald“ in Neufahrn oder die zukünftige Trägerschaft der Lebenshilfe für den Kindergarten in der Freisinger General-von-Stein-Kaserne. Eine neue Partnerklasse bzw. –gruppe von Fröbelschule bzw. Heilpädagogischer Tagesstätte gewinne gerade auf dem Biohof Schönegge bei Nandlstadt ihr Gesicht. Im Bereich inklusive Schule zeigte sich Burger zuversichtlich, dass ein Miteinander von neuen Inklusionsschulen und bestehenden Förderzentren möglich sein. Der gerade entstehende Neubau des Förderzentrums Freising sei die Antwort der Lebenshilfe darauf. Negative Einflüsse ergäben sich aus Fachkräftemangel und der Auseinandersetzung mit den verschiedenen Förderbehörden. „Doch der positive Gesamtstand unserer Einrichtungen ist maßgeblich dem großen Einsatz unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu verdanken“, so Burger.
Zwei wichtige Satzungsänderungen stärkten die Mitsprache von Menschen mit Behinderung in der Lebenshilfe Freising, versteht man sich doch neben Einrichtungsträger und Elternvereinigung immer mehr auch als Selbsthilfeverein. Es wurde ein ermäßigter Mitgliedsbeitrag für behinderte Menschen beschlossen und die zukünftige Zusammensetzung des Vorstands neu geregelt. Die Zahl der Vorstände wurde auf neun Personen vergrößert, von denen mindestens ein Mensch mit Behinderung aus einer Einrichtung der Lebenshilfe Freising sein muss. Damit erfülle man das im Frühjahr verabschiedete neue Leitbild der Lebenshilfe, dass die Mitsprache behinderter Menschen in allen wichtigen Gremien vorschreibt, so die Vorsitzende Monika Haslberger.
Allgemein wurde die weitere Aktivierung von Menschen mit Behinderung und Angehörigen für die Mitarbeit in der Lebenshilfe gefordert, denn „das Ganze lebe vom aktiven Miteinander aller“, so ein Teilnehmer der Mitgliederversammlung.
7. November 2011
Teilhabe aller als umfassendes Zukunftsprogramm / Lebenshilfe Freising gibt sich ein neues Leitmotto
Yasmine Seiwert weiß genau, was sie will. Leise doch bestimmt spricht die Schülersprecherin des Förderzentrums Fröbelschule der Lebenshilfe Freising e.V. von ihrer Zukunftsplanung: „Ich will eine ganz normale Arbeit auf dem ersten Arbeitsmarkt finden. Mir gefällt die Arbeit mit alten Menschen, vielleicht in einem Seniorenheim?“ Dafür sei aber der Führerschein ganz wichtig. „Den möchte ich unbedingt machen!“, sagt die junge Frau.
Dass Yasmine Seiwert und andere Menschen mit einer Behinderung dieses ganz normale Leben leben können, darum kümmert sich die Lebenshilfe Freising schon seit über 40 Jahren. „Jetzt haben wir das aber auch überall dabeistehen – in unserem neuen Logo mit Leitmotto: Lebenshilfe Freising e.V. – damit Teilhabe gelingt“ erklärt die 1. Vorsitzende Monika Haslberger.

Und Geschäftsführer Franz Burger ergänzt: „Hinter unserer grafischen Gestaltung verbirgt sich eine Programmatik für die Lebenshilfe, die auch nach außen wirkt.“ Teilhabe bedeute dabei: Niemand soll ausgegrenzt werden. Menschen mit Behinderung sollen überall dazu gehören, sie sollen am allgemeinen Leben teilhaben können. Das deutsche Wort Teilhabe sei dabei präziser als Integration und Inklusion.
Dass diese ganz normale Teilhabe an unserer Gesellschaft gelingt, sei eine wichtige Aufgabe der Lebenshilfe. „Wir wollen Menschen mit Behinderungen begleiten und unterstützen, damit deren Anliegen Gehör finden. Durch unsere Erfahrung und unsere Professionalität wollen wir gewährleisten, dass mehr Lebensqualität entsteht.“, so Burger.
„Damit Teilhabe gelingt“ – dies solle Botschaft sowohl nach außen, für Eltern, Unterstützer und die Öffentlichkeit, als auch nach innen für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sein. Geschäftsführer Burger: „Das neue Logo mit dem Leitmotto ist gewissermaßen der Auftakt für ein umfassendes Zukunftsprogramm der Lebenshilfe Freising.“
Wichtig sei: Teilhabe bedeutet nicht, dass es keine speziellen Angebote für Menschen mit Behinderung gibt. Es bedarf weiterhin eines „geschützten“ Rahmens für Betroffene, z.B. in Form von Wohnhäusern, Förderschulen, Werkstätten oder Förderstätten. Diese Einrichtungen dienen geradezu oftmals, Teilhabe zu ermöglichen, weil sie z.B. Teilhabe im Rahmen ihres Bildungsangebotes „lehren“. Aber all diese Einrichtungsformen will die Lebenshilfe öffnen, in dem behinderte Menschen aus den Einrichtungen heraus am öffentlichen Leben teilnehmen, Partnerschaftsprojekte geführt werden.

Die von der Lebenshilfe Freising betreuten Menschen wollen dabei auch mitreden und mitbestimmen. Eine Satzungsänderung auf der bevorstehenden Mitgliederversammlung soll einen festen Platz eines Menschen mit Behinderung im Vereinsvorstand verankern. Manuela Mühlhammer, Teilnehmerin am Betreuten Wohnen der Lebenshilfe, könnte sich das gut vorstellen: „Das möchte ich gerne machen, wenn ich gewählt werde“. Ein wichtiger Schritt dahin, gelebte Teilhabe zur Normalität werden zu lassen.
19. Oktober 2011
Ungewohnte Arbeitsaufträge: Schulstunden, Therapien, Mittagsbetreuung / Politik und Wirtschaft beim „Rollentausch“ der Lebenshilfe Freising
Bei der Aktion „Rollentausch“ fordern die Sozialverbände Bayerns jedes Jahr prominente Persönlichkeiten aus Gesellschaft, Politik und Wirtschaft dazu auf, für einen Tag den stressigen Arbeitsplatz in Chefsessel, Büro und Gremien zu verlassen und dafür den stressigen Arbeitsplatz in Kindergärten, Sozialstationen und Altenheimen kennenzulernen.
Die Lebenshilfe Freising beteiligt sich dabei mit ihrem „Rollentausch-Aktionstag“: Einen Vormittag lang sollen Prominente der Region einen Blick hinter die Kulissen werfen und die Tagesarbeit der Lebenshilfe näher kennenlernen. Besonders Menschen mit Behinderung bedeutet ein solcher Besuch sehr viel, da er Anerkennung und Verständnis zeigt. Nach dem Vormittag in den Einrichtungen bedankte sich bei einem gemeinsamen Mittagessen im Integrativen Restaurant VivaVita die Lebenshilfe-Vorsitzende Monika Haslberger für das gezeigte Engagement: „Als Träger sozialer Einrichtungen sind wir immer auf Zuwendungen und das Wohlwollen der Öffentlichkeit angewiesen. Wenn Entscheider aus Wirtschaft und Politik Positives mit der Lebenshilfe verbinden, hilft uns das umso mehr.“
Unter den Aktionsteilnehmern waren zwei aktuelle Kandidaten für die kommenden OB-Wahlen in Freising. Benno Zierer konnte den ganzen Vormittag lang die Schulstunden in der Berufsschulstufe der Fröbelschule mitverfolgen. In der Interims-Containersiedlung in Freising-Lerchenfeld wurde er tatkräftig mit einbezogen in die Sport- und Religionsstunden. Er wurde von den Schülern sogar zu einer Hausaufgabe verdonnert. Rudolf Schwaigers Besuch im Wohnhaus Johannisstraße war kurz aber intensiv: Von einigen Bewohnern freudig begrüßt, musste er gleich bei der Mittagsbetreuung ran: dass man einem Menschen mit Behinderung eine Stunde lang Essen eingibt, kommt wohl selten im Tagesplan eines 2. Bürgermeisters vor.
Über das Restaurant und Tagungshaus VivaVita informierte sich Dr. Hans-Peter Kohlhammer. Der Präsident des Rotary Clubs München-Flughafen tauschte sich über die besonderen Bedingungen einer Integrationsfirma aus, deren Aufgabe die Bereitstellung von Arbeitsplätzen für Menschen mit Behinderung ist. Lebenshilfe-Einrichtungen für Kinder besuchten die beiden Verteter der Wirtschaft beim Rollentausch: Jürgen Schmaus von der Steuerkanzlei Gabriel in Moosburg und Freising hatte einen kurzen Weg zur Mitarbeit bei den Einzelförderstunden, Logo- und Ergotherapien in der Frühförderung Freising. Den Integrativen Kindergarten „Bunte Arche“ in Eching besuchte Claudia Besl, die das Soziale beim Einrichtungshaus Ikea betreut: „Warum so wenige Kinder, fragte ich mich, als ich einen Gruppenraum betreten hatte. Ich wurde aufgeklärt, dass die Kinder je nach Neigung im ganzen Haus herumwuseln“, erzählt sie beim gemeinsamen Mittagessen. Schiffe basteln und Essen ausgeben kommen auch in ihrem Tagesablauf selten vor.

Die Rollentausch-Gäste mit ihren Lebenshilfe-Gastgebern (v.l.n.r.):
Elisabeth Kowoll (Leiterin Integrativer Kindergarten Eching), Rudolf Schwaiger (2. Bürgermeister Freising), Lisa Hinrainer (Leiterin Wohnhaus Johannisstraße), Claudia Besl (Ikea Eching), Monika Haslberger (1. Vorsitzende Lebenshilfe), Benno Zierer (3. Bürgermeister Freising), Martina Neumeyer (Bereichsleiterin Wohnen und Förderung), Hildegard Waldinger (Bereichsleiterin Bildung und Erziehung), Christian Burger (Betriebsleiter VivaVita), Jürgen Schmaus (Steuerkanzlei Gabriel), Alexandra Eichinger (Leiterin Frühförderung Freising), Thomas Winter (Bereichsleiter Integration und Familie), Dr. Hans-Peter Kohlhammer (Präsident Rotary Club München-Flughafen)
Oktober 2011
Der neue Elternbeirat der Fröbelschule stellt sich vor
Für gleich zwei Schuljahre wurde der neue Elternbeirat der Fröbelschule, die zur Zeit in der Containeranlage in Lerchenfeld ist, gewählt. Karin Obermaier, die neu gewählte Vorsitzende, hat mit ihrem Team eine gute Mischung aus erfahrenen und neu hinzugekommen Elternbeiräten. Der Elternbeirat ist zuständig für über 100 Kinder aus dem Heilpädagogischen Kindergarten, der Fröbelschule mit Berufsschulstufe und der Heilpädagogische Tagesstätte. Organisiert werden nicht nur Feste für und mit den Kindern, auch beim Spendenlauf der Lebenshilfe war der Elternbeirat für die Bewirtung zuständig. Ein großer Programmpunkt wird bestimmt auch der Umzug in den Neubau an der Gartenstraße sein.Außerdem stellt der Elternbeirat mit Angela Meindlschmidt und Carola Handrick auch zwei Mitglieder des Vorstandes des gemeinnützigen Fördervereins "Freunde der Fröbelschule".

Unser Bild zeigt von links nach rechts:
Sylvia Weiß, Carola Handrick, Angela Meindlschmidt, Heidi Hein (stellvertretende Vorsitzende), Andrea Loewenthal, Claudia Peuker (Kasse), Petra Würzinger, Karin Obermaier (Vorsitzende), Sigrid Wiesenfarth (Schriftführerin), Evi Gerlsbeck, nicht auf dem Bild ist Tobias Lambrecht.
11. Oktober 2011
Integrativ speisen im Josef-Hofmiller-Gymnasium / Restaurant VivaVita der Lebenshilfe Freising betreibt jetzt Schulmensa
Der Ansturm ist kurz aber heftig im „JoHo-Ei“, der Aula des Josef-Hofmiller-Gymnasiums in Freising. Wo Minuten vorher noch gähnende Leere herrschte, wuseln jetzt hunderte Schüler um die Ausgabe-Theke der Pausen-Mensa. „Das gehört zum Geschäft“, sagt Mensa-Leiter Lutz Rüdiger, „die Zeit zwischen den Pausen können wir dann gut fürs Kochen nutzen. Neben kalten und warmen Snacks bieten wir nämlich auch täglich Frühstück und zwei frisch zubereitete Mittagsgerichte mit und ohne Fleisch an.“ Da gebe es dann Schnitzel, Fischfilet, oder auch einmal ein Spargelgemüse. Und das alles online: Die Schüler bestellen die Speisen ganz modern übers Internet, und bezahlt wird bargeldlos.
Vieles ist neu im neuen Schuljahr, denn seit September hat die Mensa des Gymnasiums einen neuen Pächter: das Restaurant und Tagungshaus VivaVita unter dem Dach der „Integrationsprojekt Freising gemeinnützige GmbH“ (IPF). Hinter dem Bandwurmnamen versteckt sich die Integrationsfirma der Lebenshilfe Freising e.V., die sich um behinderte Menschen im Landkreis Freising kümmert. Aufgabe der IPF ist es, Menschen mit Behinderung eine Stelle mit Tariflohn zur bieten. Ansonsten ist die IPF ein ganz normaler Wirtschaftsbetrieb, der im Wettbewerb mit den anderen Firmen am Markt steht. „Es war sicher nicht nur der integrative Aspekt sondern auch das wirtschaftlich überzeugende Angebot, das die Stadt Freising bewogen hat, die Hofmiller-Mensa der IPF anzuvertrauen“, erläutert Ulrike Gesell, Assistentin der Geschäftsführung. „Vielleicht hat auch das Probeessen der Verantwortlichen von Stadt und Schule im VivaVita besonders gut geschmeckt. Außerdem ist das nicht unsere erste Schulmensa: Wir betreiben schon seit zwei Jahren die Kantine der Freisinger Berufsschule mit großem Erfolg“, ergänzt der Betriebsleiter Christian Burger.
Zurück zum Hofmiller-Gymnasium: Während Beikoch Hakan Sökülmez Oberstudiendirektorin Hedwig Stock-Archner mit einem Käsesandwich erfreut, werkeln zwei Hilfskräfte im Hintergrund schon am Backofen: In wenigen Minuten ist die nächste Pause, in der hunderte Schüler schnell und gut versorgt werden wollen.
Guten Appetit! Beikoch Hakan Sökülmez bedient Oberstudiendirektorin Hedwig Stock-Archner in der Hofmiller-Mensa. Den Leiter Lutz Rüdiger freuts.
Einen guten Einstand des neuen Mensateams wünschen (vorn v.l.n.r.): Ulrike Gesell (Assistentin der IPF-Geschäftsführung), Oberstudiendirektorin Hedwig Stock-Archner (Leiterin des Josef-Hofmiller-Gymnasiums), Christian Burger (Betriebsleiter VivaVita) und Lutz Rüdiger (Leiter Hofmiller-Mensa)
26. September 2011
Kinder mit Behinderung können wieder schwimmen / Holiday Sauna im Freisinger Marriott-Hotel hilft Schülern der Lebenshilfe
Der einzelne Hotelgast im Freisinger Marriott schaut zwar am Anfang etwas verwundert, lässt sich aber dann von den acht juchzenden Kindern bei seinen morgendlichen Schwimmzügen im Hotelpool nicht weiter stören. „Wir haben den Pool bewusst nicht gesperrt. Warum sollten Hotelgäste und die Kinder der Freisinger Fröbelschule nicht zusammen schwimmen?“, erklärt Isabella Rauscher. Und ihr Mann Stefan Olschewski, Inhaber von Holiday Sauna im Freisinger Marriott-Hotel, fährt fort: „Wir sind ein öffentliches Schwimmbad. Menschen mit Behinderung gehören da dazu. Deshalb helfen wir den behinderten Schülerinnen und Schülern der Fröbelschule gern.“

Fröbelschulleiter Björn Zaddach ist Herrn Olschewski dankbar: „Unser Schulgebäude in der Gartenstraße wird gerade neu gebaut und die bestehende Schwimmhalle renoviert. Wir hätten daher in diesem Schuljahr keinen Schwimmunterricht anbieten können, wenn uns Holiday Sauna nicht ausgeholfen hätte“. Seit Schulbeginn stürzen sich an die 30 Schüler in drei Gruppen an den Dienstag- und Freitagvormittagen in den Pool im Marriott-Hotel, betreut von ihrer Sportlehrerin Martina Weingärtner. Isabella Rauscher ist ganz begeistert: „Die toben hier mit einer Begeisterung und auch Dankbarkeit, die ich bei nicht behinderten Kindern kaum je erlebt habe.“

Schulleiter Zaddach erläutert, wie wichtig Schwimmen für seine Schüler ist: „Wenn wir jetzt ein Jahr mit dem Unterricht ausgesetzt hätten, wäre es sicher zu Rückschritten gekommen. Außerdem ist 25 Meter Schwimmen eine Mindestanforderung für das Behindertensportabzeichen. Das Training für das Zeichen stärkt das Selbstwertgefühl der Jugendlichen und weckt dauerhaftes Interesse am Sport.“ Die letzten Worte gehen aber schon im Lärm unter, denn die nächste Schülergruppe drängt in den Pool. Isabella Rauscher und Stefan Olschewski haben alle Hände voll zu tun.
17. August 2011
Lebenshilfe mit Stampfrohr und Rahmentrommel / Seniorinnen des Wohnhauses Johannisstraße besuchen die Musiktherapie bei der AWO
Auf geht’s! Aufgeregt steigen fünf Damen um die 70 mit ihrer Betreuerin vor dem Wohnhaus Johannisstraße der Lebenshilfe Freising in den Kleinbus. Es geht zur Arbeiterwohlfahrt, denn dort findet alle zwei Wochen die Musiktherapiestunde bei Mechthild Hamberger statt. „Außerhalb des Wohnhauses etwas zu erleben, ist für die älteren Damen sehr wichtig“, meint ihre Betreuerin.
Als die Gruppe bei der AWO ankommt, wird sie mit einem herzlichen „Hallo!“ von den BesucherInnen und BetreuerInnen der Tagespflege begrüßt. Musiktherapie bietet die AWO den Besuchern der Tagespflege seit 1998 an, seit Frau Hamberger mit ihrer Ausbildung fertig ist. Seit 2007 wird zusätzlich Musiktherapie für jeden angeboten. Seit fast drei Jahren kommen daher die fünf Seniorinnen der Lebenshilfe regelmäßig.
Die Stunde ist auf alle fünf Personen abgestimmt. Zunächst werden Volkslieder und alte Schlager gesungen, da zwei Frauen besonders gerne singen. Anschließend ist viel Bewegung angesagt. Freie Tanzbewegungen zur Musik machen genauso viel Spaß wie die angeleiteten Bewegungen. Ab und zu bringt die Leiterin auch ein selbst erfundenes Bewegungslied mit. Hier wird besonders viel gelacht.

Nach dem Bewegen kommt das Musizieren. Jede Teilnehmerin erhält nach dem jeweiligen Bedürfnis ihr Rhythmusinstrument: Stampfrohre, um aufgestaute Energie mit dem Stampfen des Rohres auf den Boden loszuwerden. Getrommelt wird auf Conga oder Rahmentrommel. Im freien Spielen des Rhythmus entsteht aus den zunächst unterschiedlichen Rhythmen ein gemeinsamer, lang anhaltender Rhythmus, der dann am Ende zu einem lauten Getöse wird. Alle lachen und sind etwas erschöpft.

Nach bekannten Volksliedern mit Klavierbegleitung und der Vertonung einer Geschichte geht es zur individuellen Phase über. Zwei Damen schlagen sehr gerne die große Schlitztrommel, auf die man sich auch setzen und die Vibration spüren kann. Eine andere lässt am Klavier ihren Gefühlen freien Lauf. Weitere zwei Kursteilnehmerinnen haben im Wohnheim auf ihrer Veeh-Harfe zwei Lieder geübt, die sie nun alle Anwesenden vorspielen – völlig fehlerfrei und mit großem Applaus von allen. Beide strahlen und sind überglücklich.
Als Abschlussritual der Musiktherapiestunde gibt es immer Entspannungsmusik. So spielt Frau Hamberger ein Abendlied auf dem Klavier oder schlägt die Klangschalen an. Meeresrauschen lässt angenehme Strandgefühle hochkommen.
Schnell ist die Stunde vergangen. Mit Wohlgefühl kehren die Lebenshilfe-Seniorinnen wieder in ihr Wohnhaus zurück und freuen sich schon auf ein Wiedersehen in zwei Wochen.

19. Juli 2011
Förderzentrum Freising / Hebweih unter strahlend weiß-blauem Himmel

Wie zur Grundsteinlegung im April strahlte der Himmel mit den Lebenshilfe-Verantwortlichen, den Bauleuten und unseren Gästen um die Wette, als am 19. Juli 2011 das Richtfest – auf bayerisch: die Hebweih – für den Neubau des Förderzentrums an der Freisinger Gartenstraße gefeiert werden konnte. Festlich umrahmt wurde die Feierstunde im Rohbau der Aula vom Kinderchor der Fröbelschule, geleitet von Inge Hofstetter und Frank Aumann, und der Echinger Tanzgruppe unter Kirstin Wengler.


Begrüßung durch die Lebenshilfe-Vorsitzende
Die 1. Vorsitzende Monika Haslberger begrüßte die Gäste, unter ihnen Landrat Michael Schwaiger und der 2. Bürgermeister der Stadt Freising Rudolf Schwaiger in Vertretung des Oberbürgermeisters. Hier Auszüge aus ihrer Rede:
„Man kann es kaum glauben, vor einem Jahr stand hier hoch unsere Fröbelschule, ein 30 Jahre alter Klinkerbau. Es war eine unsere ersten Einrichtungen damals Ende der 70-iger Jahre, und der Name Fröbelschule war immer ganz eng mit der Lebenshilfe Freising verbunden. Nachdem das Gebäude sehr stark sanierungsbedürftig geworden war, haben wir vor ein paar Jahren beschlossen, das Gebäude ganz bis auf die Turnhalle und die Schwimmhalle abzureißen. Es war gewiss keine einfache Entscheidung, aber eine Sanierung der Schule wäre in jedem Fall teurer gekommen als der Neubau und birgt oft unerwartete Risiken.
Dank an die Regierung von Oberbayern: Sie hat den Neubau genehmigt und uns die Finanzierung zugesagt. Dank an die Stadt Freising, die das Gelände in Lerchenfeld zur Verfügung gestellt hat, auf das wir die Container für die ausgelagerte Schule stellen konnten. Dank an den Landkreis Freising, der uns bei der Vorfinanzierung der Schule mit einem Kredit unter die Arme greift.
Unser neues Gebäude nimmt langsam Gestalt an, und wir freuen uns auf ein Haus, in dem unsere Einrichtungen heilpädagogischer Kindergarten, Grund- und Hauptschule, Berufschulstufe und heilpädagogische Tagesstätte unter einem Dach vereint, aber doch räumlich so getrennt sind, dass wir attraktive Angebote in allen Bereichen anbieten können und auch den Anforderungen zur Inklusion im Kinder- und Jugendbereich entsprechen können.
Das Richtfest ist ein schöner alter Brauch, mit dem der Bauherr seinen Dank an die Handwerker und andere am Bau Beteiligte ausdrückt: Herzlicher Dank an alle Handwerker, an die Zimmerer. Herzlicher Dank an unseren Architekten, Herrn Wacker, den Bauleiter Herrn Toth, der Projektfirma Stein, und an die eigenen Mitarbeiter: den Projektleitern Herrn Renner und Frau Waldinger und Herrn Burger als Geschäftsführer.
Ich wünsche dem Bau einen guten zügigen Fortschritt, dass weiterhin alles so reibungslos verläuft, dass keiner zu Schaden kommt. Und ich freue mich, wenn wir in circa einem Jahr, und da bin ich ganz zuversichtlich, ein schönes modernes Haus für alle unsere Kinder und Jugendlichen einweihen dürfen.“



Geschäftsführer ruft zum Richtspruch auf
Nach den Grußworten von 2. Bürgermeister Schwaiger und Landrat Schwaiger ließ es sich Geschäftsführer Franz Burger nicht nehmen, in einem „Aufruf zum Richtspruch“ seine Gedanken zum neuen Förderzentrum auszusprechen:
„Vielleicht haben Sie in letzter Zeit die Presseartikel und Leserbriefe über den politischen Kurswechsel für die Schullaufbahn behinderter Menschen verfolgt. Sie sollen, so sieht es der bayerische Weg vor, ihre Schule frei wählen dürfen. Das begrüßen wir sehr. Wir müssen uns aber im Klaren sein, dass solche Veränderungen nur soweit möglich sind, wie Ressourcen zur Verfügung gestellt werden. Ohne diese ist die Gefahr eines Qualitätsverlustes bis hin zu erheblichen Abstrichen bei der Bildung groß. Ganz abgesehen davon, dass Tagesstätten-Angebote im Regelbereich nicht vorhanden sind.
Ein sehr guter Weg, Teilhabe und Gemeinsamkeit für Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung zu ermöglichen, ist die Öffnung der Förderschulen für Schülerinnen und Schüler ohne Behinderung, das gilt auch für Heilpädagogische Tagesstätte und das Kinderhaus. Deshalb wird unser Neubau kein Ort mit Stigma und Diskriminierungsgefahr sein, sondern ein zukunftsgerichtetes Haus, in dem gemeinsames Lernen, Spielen, Feiern und Leben möglich ist. Noch heuer soll ein Konzept hierfür stehen. Es wird eine Herausforderung und ein Geschenk zugleich sein.“
Nach dem Richtspruch von Herrn Höhne von der Baufirma Leonhard Weiss und dem Aufzug der riesigen, weiß-blau bebänderten Festkrone landete der Schülersprecher Alexander Kutscher den ersten Treffer in ein aufgebautes Fußballtor und gab damit den Startschuss zur zweiten Halbzeit des Neubaus, zur Besichtigung des Rohbaus und zur Bewirtung aller Gäste durch die Küche unseres Restaurants VivaVita.


5. Mai 2011
Inklusion beginnt im Kopf / Geschäftsführer Franz Burger zum „Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung“ am 5. Mai
Haben Sie es schon gemerkt? Heute ist wieder Europatag! Er erinnert an die Gründung des Europarates am 5. Mai 1949. Doch seit 1992 nehmen Sozialverbände wie die Lebenshilfe Freising diesen Tag auch zum Anlass zu protestieren. Der diesjährige „Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung“ steht unter dem Motto „Inklusion beginnt im Kopf“.
Was ist Inklusion?
Was macht den Reichtum einer Gesellschaft aus? Wirtschaftliche Macht? Politische Sicherheit? Oder kulturelle Vielfalt? Es ist von jedem etwas. Dennoch: Eine Gesellschaft besteht aus Menschen. Und sie sind es, die das Wohl einer Gesellschaft prägen – und zwar in allen wichtigen Lebensbereichen. Um nichts anderes geht es bei Inklusion: Jeder Mensch erhält die Möglichkeit, sich vollständig und gleichberechtigt an allen gesellschaftlichen Prozessen zu beteiligen – und zwar von Anfang an und unabhängig von individuellen Fähigkeiten, ethnischer wie sozialer Herkunft, Geschlecht oder Alter.
Es geht um Menschenrechte
Inklusion ist also kein Expertenthema. Es ist ein Thema, das die Zustimmung aller erfordert und deshalb gesamtgesellschaftliche Bedeutung besitzt. Einen wichtigen Meilenstein markiert die UN-Behindertenrechtskonvention, die Deutschland im März 2009 unterzeichnet hat. Damit sind die Forderungen des internationalen Übereinkommens rechtlich verankert. Das reicht allerdings nicht aus. Um Denken und Handeln zu verändern, bedarf es weitaus mehr. Es muss auch jedem bewusst sein, wie wichtig Inklusion für das gesellschaftliche Miteinander ist. Sie kann nur dann gelingen, wenn möglichst viele Menschen erkennen, dass gelebte Inklusion den Alltag bereichert.
Individuell Wohnen
Und was im Alltag hilft, muss auch in anderen Lebenssituationen ganz selbstverständlich werden. Zu Beispiel beim Wohnen: Wo möchten Sie leben? Mit wem? Und wie? Für Menschen mit Behinderung gab es bislang keine große Auswahl – sie leben in ihrer Familie oder in großen Einrichtungen. In den letzten Jahren hat sich die Situation aber verbessert. In Freising, Sünzhausen und Moosburg hat die Lebenshilfe viele verschiedene Wohnformen bereitgestellt: gemeinsame Wohnhäuser in der Stadt oder auf dem Land, kleine Wohngruppen oder ambulant betreutes Wohnen oder, ganz neu, betreutes Wohnen in Familien. Wir wollen Menschen mit Behinderungen die Wahl lassen – wo man sich eben zuhause fühlt.
Gemeinsam lernen
Kinder haben’s gut: Sie haben von Natur aus keine Vorurteile und können sich mit neuen Situationen anfreunden. Deshalb ist es wichtig, dass sich Kinder mit und ohne Behinderung schon früh begegnen und miteinander spielen lernen, in der Krippe, im Kindergarten, in der Schule. Wie alle davon profitieren können, haben die integrativen Schul- und Kindergartenprojekte im Landkreis durch jahrelange Praxis gezeigt. Sie sind ein Beweis dafür, dass Inklusion keine Einbahnstraße ist. Auch das neue Lebenshilfe-Inklusionszentrum an der Gartenstraße wird ab Herbst 2012 Kleinkindern, Schülern und Jugendlichen eine Stätte für Spielen und Lernen sein – ganz egal, ob mit oder ohne Behinderung.
Arbeit – eine Basis fürs Leben
Arbeit ist mehr als nur der reine Broterwerb. Sie bestärkt, bestätigt, stiftet Sinn und Lebensinhalte. Soziale, gesellschaftliche Teilhabe ist am besten durch eine dauerhafte Beschäftigung möglich. Menschen mit Behinderung können qualitativ hochwertige Arbeit leisten, in einer Werkstatt für behinderte Menschen, in einer Integrationsfirma oder am besten am ersten Arbeitsmarkt in einer ganz normalen Firma.
Mitmachen müssen alle
Bei uns in der Region Freising können Menschen mit Behinderung gut leben, lernen und arbeiten. Doch um eine volle Teilhabe zu erlangen, müssen alle mitmachen. Unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger sollen noch mehr spüren, dass sie angenommen sind und ganz einfach dazugehören – überall und jeden Tag!
Franz Burger, Geschäftsführer der Lebenshilfe Freising e.V.
10. April 2011
Lebenshilfe Freising in allen Medien / Bayerischer Rundfunk berichtet über Projekte im Radio und Fernsehen
Am 10. April berichtete das Gesundheitsmagazin auf B5-aktuell in einer Sondersendung über Menschen mit Behinderungen. Die ersten fünf Minuten waren einem Projekt der Lebenshilfe Freising gewidmet, zu dem Johannes Reicheneder und Franz Kratzer vom Betreuten Wohnen /Ambulant Unterstütztem Wohnen ein interessantes Interview gaben:
Gesucht: Gastfamilien für Menschen mit geistiger Behinderung
Irgendwie haben wir doch alle Sehnsucht nach denselben Dingen: Einer heimeligen Umgebung, jemandem zum Reden, einem Zuhause. Viele dieser Dinge verbinden wir mit dem Wort "Familie". Deshalb sucht die Lebenshilfe Freising Gastfamilien für Menschen mit geistiger Behinderung. Dabei geht es in der Regel nicht um pflegerische Aufgaben - das übernehmen die Profis - sondern vielmehr um Geborgenheit und Zuwendung.
Gelegenheit zum Nachhören der Sendung gibt es hier oder hier.

Rocken und Rappen mit "Meister Aubeck"
Schon am 31. März berichtete das TV-Magazin "laVita" des Bayerischen Rundfunks von der Band "Meister Aubeck" aus behinderten und nicht behinderten Musikern der Lebenshilfe Freising. Die Sendung ist nicht mehr in Internet abrufbar, aber es gibt hier einen zusammenfassenden Text und einige Fotos.
7. April 2011
Über 100 Schafkopfer für Menschen mit Behinderung / Benefizturnier für die Stiftung Lebenshilfe

Ganze 108 begeistere Kartenspieler konnte Franz Burger, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Lebenshilfe Freising, am 7. April in unserem Tagungshaus VivaVita begrüßen. Sie kamen zum traditionellen Benefiz-Schafkopfturnier zugunsten unserer Stiftung. Über fünf Stunden saßen sie sich nun gegenüber, hochkonzentriert, siegesgewiss bis verzweifelnd, je nach persönlichem Können. Gewinner waren aber letztlich Menschen mit Behinderung, die mit einer erspielten Summe von über 1600 Euro jetzt noch besser unterstützt werden können.

Doch auch die besten Spieler mussten nicht mit leeren Händen nachhause gehen: Die ersten drei Plätze belegten Alexander Lösch aus Neufahrn (Bild oben), der mit seinem Gewinn eigentlich heimradln konnte, Dr. Hans Besner aus Freising (Bild unten mit Franz Burger und Bereichsleiter Manfred Renner, Organisator des Turniers) und Franz Kraft aus Abens. Sie und die weiteren Platzierten konnten sich aus der reichen Auswahl an Sachspenden von Firmen und Förderern der Region bedienen. Auch dafür vielen herzlichen Dank!

5. April 2011
Lachende Sonne über dem Grundstein des Förderzentrums
Freising. Als gutes Omen werteten alle Gäste den strahlenden Sonnenschein, der über der Baustelle des Förderzentrums der Lebenshilfe Freising lag. Beste Bedingungen also für die Grundsteinlegung für die Gebäude, die in eineinhalb Jahren eine Förderschule, einen Heilpädagogischen Kindergarten und eine ebensolche Tagesstätte (mit Berufsschulstufe) sowie die Zentralen Fachdienste der Lebenshilfe Freising beherbergen werden.

Geschäftsführer Franz Burger begrüßte Landrat Michael Schwaiger und seine Stellvertreterin Anita Meinelt, 1. Bürgermeisterin von Moosburg, von der Stadt Freising die beiden Bürgermeister Rudolf Schweiger und Benno Zierer, Stadt-, Kreis- und Bezirksräte und die Vertreter der Partnerschulen in Freising, Pulling und Eching zusammen mit dem Schulamtsdirektor Josef Hauner und den Referentinnen der Stadt Eva Bönig und Waltraud Heinlein-Zischgl und der Regierung. Den Architekten Peter und Michael Wacker und dem Bauleiter Karl Toth dankte Burger für ihre Geduld mit den vielen Sonderwünschen der Lebenshilfe. Besonders dankte Burger den beiden Lebenshilfe-Bereichsleitern Hildegard Waldinger und Manfred Renner, die als Projektleiter der Lebenshilfe unermüdlich im Einsatz seien.
Burger bezeichnete das neue Förderzentrum als „Haus mit Blick nach vorne“ und als „Haus der Zukunft“, das als Stätte für Lernen, Spiel und Spaß für Schüler und Jugendliche mit und ohne Behinderung dienen soll. „Ein Haus gelebter Inklusion, so wie es Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen und der gerade beschlossene Entwurf des neuen Bayerischen Erziehungs- und Unterrichtsgesetzes vorsehen“, so Burger. Der neue Name des Förderzentrums werde erst nach Fertigstellung der Konzeption spätestens Ende des Jahres bekannt gegeben werden. Mit der Bitte um Spenden für die Bauteile der Tagesstätte und zum Teil des Kindergartens, die allein von der Lebenshilfe finanziert werden müssten, schloss Burger seine Eröffnungsrede.
Schülersprecher Alexander Kutscher erhoffte in seinem kurzen Gruß eine schöne Schule: „Wir freuen uns total – vor allem auf den Garten“. Architekt Michael Wacker beschrieb die Baudetails und auch die Brüder Rudolf und Michael Schwaiger verkniffen sich ihre „eineinhalbstündigen Grußworte“ von Stadt und Kreis Freising, um die Festversammlung nicht noch länger auf den Grundsteinlegungsakt warten zu lassen. Landrat Schwaiger verwies kurz auf die Vorfinanzierung des Neubaus durch den Landkreis. Er zerstreute auch Sorgen, dass andere sonderpädagogische Einrichtungen wie zum Beispiel in Pulling Konkurrenz zu erwarten hätten, da man von allen Seiten Wert auf genaue Abgrenzungsbereiche lege und eher an Kooperationen denke.

Der eigentliche Festakt begann mit einem Tanz um den Grundstein durch Kinder der heilpädagogischen Einrichtungen der Lebenshilfe, bevor eine Metallröhre mit Andenken an den Tag, Fotos der alten Schule, Plänen und Glückssymbolen gefüllt wurde. Die Lebenshilfe-Vorsitzende versenkte die Röhre in den Grundsteinblock, danach verschlossen Projektleiter, Geschäftsführer, Schulsprecher und Architekt den Block mit einer Betonplatte. Der Grundstein werde seinen endgültigen Platz später in der Wand der Schulaula erhalten, erklärte Projektleiter Manfred Renner. Die Veranstaltung klang bei Leberkäs, Kartoffelsalat und Brezen im nahen Lebenshilfe-Restaurant VivaVita aus.

Grundsteinlegung mit (v.l.n.r.) Bereichsleiterin Erziehung und Bildung Hildegard Waldinger, Architekt Michael Wacker, Lebenshilfe-Vorsitzende Monika Haslberger, Bereichsleiter Verwaltung und Dienstleistungen Manfred Renner und Geschäftsführer Franz Burger

Die Hammerschläge führten aus (v.l.n.r.): Architekt Wacker, Vorsitzende Haslberger (verdeckt), Geschäftsführer Burger, Bereichsleiterin Waldinger, Schulsprecher Alexander Kutscher und Bereichsleiter Renner.
1. April 2011
Zahlreiche Prominenz beim Frühjahrsempfang / Bundesbehindertenbeauftragter Hüppe sprach über Inklusion

Freising. Dass so viel Prominenz aus dem gesamten Landkreis zum traditionellen Frühjahrsempfang der Lebenshilfe Freising am 1. April 2011 gekommen war, überraschte auch den erfahrenen Gastredner Hubert Hüppe, Beauftragter der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen. Lebenshilfe-Vorsitzende Monika Haslberger konnte auch viele begrüßen: Volksvertreter aus Bundestag, Landtag, Kreistag und den Stadträten von Freising und Moosburg, Politiker aus Stadt und Landkreis, viele Gäste aus dem sozialen Bereich und von den Schulen sowie Mitglieder, Freunde und Förderer der Lebenshilfe Freising. Auch viele ehren- und hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Lebenshilfe selbst waren gekommen.

In ihrem Grußwort als Stellvertreterin des Freisinger Landrats bestätigte Moosburgs 1. Bürgermeisterin Anita Meinelt: „An der Lebenshilfe Freising kommt keiner vorbei, wenn es um die Hilfe für Menschen mit Behinderung geht.“ Schwindlig könnte es einem fast werden von der Vielzahl und Vielfalt der Projekte und Veranstaltungen. Die Lebenshilfe sei dabei als Vorreiterin der Inklusion bekannt, was man ganz aktuell am Neubau des Freisinger Förderzentrums sehe, der gerade durch die Vorfinanzierung durch den Landkreis gesichert werden konnte, so Meinelt. Auch Projekte wie der neu angebotene Assistenzdienst, das Betreute Wohnen in Familien oder das überaus erfolgreiche jüngste Konzert der inklusiven Lebenshilfe-Band „Meister Aubeck“ zeige konkrete Teilhabe für Menschen mit Behinderung. „Die Lebenshilfe hält uns alle auf Trab, und das ist auch gut so!“, schloss Meinelt und bedankte sich dafür gerade bei den engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Lebenshilfe Freising.

Auch der zweite Grußredner, Freisings OB Dieter Thalhammer, bezog sich auf die verstärkte Teilhabe behinderter Menschen gemäß der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen. Die vielen Freisinger Einrichtungen der Lebenshilfe von Kinderkrippen und -gärten über das Förderzentrum bis zu den Wohnstätten durchziehe die Stadt wie ein starkes Band der Inklusion, die Thalhammer in Freising auf einem guten Weg sieht.

Nach einem bayerisch-musikalischen Zwischenspiel einer Gruppe von Menschen mit Behinderung aus dem Anneliese-Schweinberger-Haus in Moosburg, die den ganzen Festakt heiter-nachdenklich begleiteten, trat der Hauptredner, Bundesbehindertenbeauftragter Hubert Hüppe, ans Mikrophon. Er lobte zu Beginn die 1. Vorsitzende Monika Haslberger, deren hohen Einsatz in den Bundesgremien der Lebenshilfe er kenne und sehr schätze. Auch von der ganzen Lebenshilfe Freising sei er sehr beeindruckt, zeige sie doch durch ihr neues Leitbild, dass sie auf dem Weg der Inklusion und der Umsetzung der UN-Konvention schon weit voran sei.

Denn die hier geforderte Teilhabe behinderter Menschen sei nicht Fürsorge oder Gnadenakt sondern ein Menschenrecht und daher jedes Hindernis dagegen eigentlich eine „Menschenrechtsverletzung“. Daher sei Inklusion ein hoher Wert, obwohl, so Hüppe, „das gerade kein barrierefreies Wort ist“. Deshalb müsse man es konkret mit Leben erfüllen und gemeinsame Lebenswelten von Behinderten und nicht behinderten Menschen herstellen, damit nicht wie bisher erst eine Ausgrenzung die Integration nötig mache. Möglichst viel Kontakt untereinander baue auch Hemmschwellen ab, gerade für nicht behinderte Menschen, die erst lernen müssten, wie sie mit Menschen mit Behinderung umgehen können. Hüppe: „Auch ich habe das erst lernen müssen.“ Dazu seien Hilfsmittel wie „Leichte Sprache“ für Menschen mit einer geistigen Behinderung sicher für alle nicht schlecht, „zum Beispiel für Politiker oder zur einfacheren Bedienung eines Fahrkartenautomaten“.

Wichtige Stationen auf dem Weg zur Teilhabe seien für Hüppe gemeinsamer Kindergarten- und Schulbesuch, die freie Wohnungswahl „dort, wo auch Menschen ohne Behinderung wohnen wollen“, oder vielfältige Arbeitsmöglichkeiten von den wichtigen Werkstätten über Außenarbeitsplätze und Integrationsfirmen bis zur ganz normalen Stelle auf dem 1. Arbeitsmarkt. Notwendig dafür seien umfangreiche Netzwerke an Hilfen und Beratung, die noch ausbaufähig seien. Er sehe darin seine Hauptaufgabe als Behindertenbeauftragter der Bundesregierung. Viel Applaus erntete Hubert Hüppe für seinen freien und lockeren Vortrag und für seine Bereitschaft auf direkte Fragen aus dem Publikum zu antworten.

Außergewöhnlich für den Frühjahrsempfang der Lebenshilfe schlossen sich in diesem Jahr noch zwei Ehrungen an. Dr. Günter Knobel, 2. Vorsitzenden der Lebenshilfe Freising, wurde die höchste Auszeichnung des Lebenshilfe-Landesverbands Bayern, die Ehrennadel in Silber, verliehen. In seiner Laudatio erklärte der Stellvertretende Landesvorsitzende Klaus Meyer, dass im zwanzigjährigen Wirken Dr. Knobels im Vorstand der Freisinger Lebenshilfe immer die beiden Seiten der Behindertenhilfe im Blick lagen: der Ursprung als Eltern- und Selbsthilfeverein und die jetzige Entwicklung zu einem sozialen Dienstleister und mittelständischem Unternehmen. Auch der Dank an Ehefrau Marias Knobel wurde nicht vergessen, verpackt in die Frage „Treffen Sie Ihren Mann eigentlich daheim?“. Dr. Knobel fasste sich kurz mit dem Statement: „Die Lebenshilfe ist eine Aufgabe fürs Leben – ganz oder gar nicht“.

Die zweite Ehrung nahm die Vorsitzende Monika Haslberger selbst vor, war doch Geschäftsführer Franz Burger am 1. April 2011 auf den Tag genau zwanzig Jahre im Amt als Geschäftsführer. Ihn zeichne ein Sinn für die „Qualität des Miteinanders von Haupt- und Ehrenamtlichen aus“, außerdem habe er in seiner bisherigen Amtszeit fast jährlich eine neue Einrichtung eröffnet. Herr Burger sei manchmal „gar nicht zu bremsen“ gewesen, doch habe man auch nach Konflikten immer wieder im Nachhinein die Richtigkeit seiner Ideen anerkannt. Frau Haslberger wünschte mit einem Obstkorb Franz Burger weiterhin gute Gesundheit, Energie und Schwung für seine künftigen Jahre als Geschäftsführer der Lebenshilfe.

Zwanzig Jahre Revue passieren ließen die geehrten Dr. Günter Knobel und Franz Burger auch im abschließenden Doppelinterview, geführt vom ehemaligen Fröbelschulsprecher und jetzigen Berufsschüler Dominik Hübsch. Dr. Knobel denke gern an die gemeinsamen Jahre Arbeitens und Feierns zurück. Franz Burger freute sich, dass die Lebenshilfe „einfach immer dabei“ sei, wie sich das auch gehöre.
4. März 2011
Rauschende Rocknacht im Freisinger Lindenkeller / Regionale Bands spielten für die Lebenshilfe
Konzertbericht (mit Bildern) auf der Internetseite Supershit:
Replugged Benefizkonzert @ Lindenkeller 4.3.2011
Eine denkwürdige Nacht geht zu Ende.... und weil es gar so schön war, hab ich auf die Aftershow verzichtet und mich jetzt noch zwei Stunden vor den Rechner gehockt um die Bilder zu bearbeiten. Schließlich sollt ihr ja zeitnah erfahren, was heute im Lindenkeller so geboten war und wie großartig das Benefizkonzert Replugged zugunsten der Freisinger Lebenshilfe funktioniert hat.
Etwas verspätet traf ich gegen 21 Uhr im Lindenkeller ein, die ersten Bands hab ich demzufolge leider verpasst und so war Axel Le Rouge der Erste, dessen Sound ich genießen konnte. Die authentisch melancholische Weinkellerpoesie des Freisingers war eine gute Einstimmung, die mit dem Akustikset von Hokum eine souveräne Fortsetzung fand. Wie schon auf der CD, die Ende letzten Jahres zugunsten der Lebenshilfe produziert wurde, überraschten die Thrashmetaller mit sehr viel Gefühl und überragender Musikalität. Es folgte Meister Aubeck, die Band der Lebenshilfe... und fasziniert durfte man erleben, mit wieviel Liebe hier etwas Großartiges geschaffen wurde. Wirklich jeder der zahlreichen Gäste freute sich mit den Musikern und entsprechend wurden die Songs von Meister Aubeck dann auch gefeiert. Gänsehaut.
Die zickenden Tightbomben servierten im Anschluss den rockigen HipHop, der sie so einzigartig macht. Gute Texte, guter Flow und dazu noch ordentlich Stromgitarre - was will man mehr. Eine Überraschung gab es danach von Schein. Ohne Bläsersatz, dafür aber mit Keyboard, starteten die Freisinger Funkheroen ihr Set gleich mal mit zwei neuen, deftigen Songs. Nach ein paar bekannten Tracks gab es dann auch noch eine frische Ballade. 'Zu Ende' heißt die Nummer und ich liebe sie jetzt schon. Martin, schick mal rüber! Die Brothers in Blues standen als nächstes auf der Tageskarte und spielten... Surprise, Surprise... Blues! Solides Aufwärmen für die Jumpin' Jacks, die wie immer vollends überzeugten und neben den bekannten Hits der Stones auch ihre erste und einzige Eigenproduktion spielten, die ihr wie viele weitere Songs des Abends auf der Lebenshilfe-CD finden könnt.
Ein grandioses Konzert, das nicht nur dem guten Zweck diente, sondern auch den Besuchern ein unvergessliches Erlebnis lieferte. Alles richtig gemacht. Cheers, Paul...
geschrieben von PaulFiction - 5.3.2011
Konzertbericht von Alexander Fischer im Freisinger Tagblatt vom 7. März 2011
(hier in groß zum Herunterladen):

1. Februar 2011
Unser neues Projekt: Betreutes Wohnen in Familien

Nähere Informationen zu unserem neuesten Lebenshilfe-Projekt finden Sie in diesem Flyer.
29. Januar 2011
Großer Andrang beim Tag der offenen Tür im Containerdorf / Heilpädagogische Einrichtungen der Lebenshilfe Freising stellten ihr Ausweichquartier in Lerchenfeld vor
Freising. Gut, dass es den selbstgebasteltet Orientierungsplan gab: Zahllose Besucher waren am vergangenen Samstag, 29.1. beim Tag der offenen Tür im Containerdorf der Lebenshilfe Freising. Gleich fünf verschiedene heilpädagogische Einrichtungen luden zur Besichtigung ihres Ausweichquartiers im Freisinger Stadtteil Lerchenfeld ein, das sie bis zur Fertigstellung des Förderzentrum-Neubaus bewohnen. An der Erdinger Straße 90 freuten sich Groß und Klein, Kinder und Jugendliche, Betreuer und Eltern bei dem großen Fest, bei dem sich alle fünf Nutzer der weißen Container in großer Vielfalt präsentierten.
Die Fröbelschule bot neben Infoständen aller Art Übungen zu Stimulation, Wahrnehmung und Meditation an. Die Berufsschulstufe präsentierte ihre Projekte „unbeschreiblich weiblich“ und „easy“ sowie die selbstgemachte Schülerzeitung. In der Fahrradwerkstatt brachte man altgediente Drahtesel wieder in Schuss. Die Heilpädagogische Tagesstätte nahm sich des Themas Schwimmen an, aber auch die Schwarzlichtaktion und die Massage im Traumland waren die Renner. Ihr kreatives Angebot und vielfältiges Therapiematerial präsentierten der Zentrale Fachdienst und der Heilpädagogische Kindergarten.
Kulinarisch kamen alle auf ihre Kosten: Die „kleinen Köche“ des Kindergartens servierten Minipizza, das „Café Einzigartig“ der Berufsschulstufe bot „Suppen und Snacks“, Kaffee und Kuchen stammten vom Gemeinsamen Elternbeirat der Einrichtungen.

(v.l.n.r.) Fröbelschulleiter Björn Zaddach, Bereichsleiterin Bildung und Erziehung Hildegard Waldinger, Stv. Tagesstättenleiter Marcus Krause.

Wie geht Brotbacken? Schulstunde mit Fröbelschulleiter Björn Zaddach.

Formvollendete Bedienung im „Café Einzigartig“ der Berufsschulstufe: Lebenshilfe-Mitarbeiterin Kathi Brandl (l.) und Schüler Dominic Höhler (3.v.l.).
19. Januar 2011
Jahrespressekonferenz 2011
Neue Krippen, neue Schule, neue Angebote / Die Lebenshilfe Freising setzt sich auch im neuen Jahr 2011 für Menschen mit Behinderung bei uns ein.
„Die Lebenshilfe Freising wird 2011 und auch in den kommenden Jahren wertbeständig und innovativ handeln, also ihre bewährten Standards beibehalten aber auch nach Möglichkeit ausbauen“, fasste Geschäftsführer Franz Burger den Weg der Lebenshilfe 2011 zusammen. „Auch in Zeiten des Umbruchs – nicht nur auf finanziellem Gebiet, sondern auch bei bisherigen Werten und zukünftigen Visionen – wird die Lebenshilfe das soziale Gewissen und Sachwalter der Menschen mit Behinderung im Landkreis Freising bleiben.“
Neues Leitbild
Das zeige sich deutlich am Entwurf zum neuen Leitbild, der in den letzten Monaten in mehreren Arbeitsgruppen mit Menschen mit Behinderung, Eltern und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erstellt wurde. Das neue Leitbild, das im Frühjahr von den Lebenshilfe-Mitgliedern beschlossen werden soll, vereine jahrelang bewährte Praxisarbeit mit den gerade heftig diskutierten neuesten Ideen, Menschen mit Behinderung in Leben in selbstbestimmter Normalität zu ermöglichen, erläuterte die 1. Vorsitzende der Lebenshilfe Freising, Monika Haslberger. „Sie stehen als frischgebackene Stellvertretende Bundesvorsitzende der Lebenshilfe in Deutschland ja im Zentrum dieses Diskussionsprozesses“, ergänzte Burger.
Neubau Fröbelschule Freising geht voran
Beim Förderzentrum „Fröbelschule“ an der Freisinger Gartenstraße musste sich die Lebenshilfe für einen Abriss mit Neubau entscheiden, weil die marode Bausubstanz und eine Erneuerung der gesamten Haustechnik dringen geboten war und eine Renovierung teuerer gekommen wäre. Entstehen werden Neubauten für Förderschule, Heilpädagogischem Kindergarten und Heilpädagogischer Tagesstätte. 2010 stand dabei ganz im Zeichen der Finanzierung. Der Teilbereich Förderschule wird ganz vom Freistaat Bayern übernommen mit einer Vorfinanzierung durch den Landkreis Freising. Für den Teilbereich der Heilpädagogischen Tagesstätte gibt es keine Zuschüsse. Die Finanzierung muss hier voll von der Lebenshilfe Freising getragen werden. „Wir hoffen, dass viele Spender uns dabei unterstützen werden“, so Geschäftsführer Burger.
Nach dem (Teil-)Abriss der alten Gebäude und der Planierung des Geländes steht im Frühjahr 2011 die feierliche Grundsteinlegung bevor. Burger: „Da wollen wir noch einmal deutlich machen, dass der Neubau nicht wieder in den alten Strukturen errichtet wird. Wir wollen weg von der einseitigen Sicht einer „Schule für Behinderte“ zu einem Förderzentrum, das für alle Kinder und Jugendliche offen ist und diesen auch eine ganz besondere Förderung bieten kann und will.“
Frühförderungen bleiben erhalten
Auch 2010 war die finanzielle Lage der Lebenshilfe-Frühförderungen in Freising, Moosburg und Neufahrn kritisch. Burger dazu: „Da uns aber gerade das frühzeitige Entgegensteuern bei möglichen Behinderungen sehr am Herzen liegt, werden wir auch diese wichtige Aufgabe aus eigener Kraft stemmen.“ Dank eines überdurchschnittlichen Einsatz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter konnte das Defizit verringert werden. Die Lebenshilfe sei aber weiterhin sehr auf Spenden angewiesen.
Neue Krippenplätze, neuer Kindergarten
Alle Lebenshilfe-Einrichtungen im Landkreis Freising weisen eine gute Auslastung auf und werden in erfreulich hohem Maße nachgefragt. „Deshalb haben wir 2010 auch unser Angebot erweitert: Wir bieten jetzt auch Krippenplätze für unter 3-Jährige in der Kinderkrippe „Am Veitshof II“ und im Rahmen des Integrativen Kindergartens „Bunte Arche“ in Eching an. Gerne würden wir Krippenplätze auch in unserem Integrativen Kindergarten InKiMo in Moosburg anbieten. Vielleicht ergibt sich ja in diesem Jahr noch etwas“, erläutert Franz Burger.
Seit 2011 gibt es auch Zuwachs bei der Lebenshilfe Freising: Die Trägerschaft des Kindergartens „Zauberwald“ ging von der Gemeinde Neufahrn an die Lebenshilfe über. „Wir sind gerade voll in der Eingliederungs- und Eingewöhnungsphase, die aber bisher problemlos verläuft.“
Ausbau der Offenen Behindertenarbeit
Der Auftrag des Bezirks, das Angebot der Offenen Behindertenarbeit der Lebenshilfe räumlich auf den gesamten Landkreis und inhaltlich auch für Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen auszuweiten, bescherte den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern neue Aufgaben. Der neue Adressatenkreis musste erschlossen werden. Als neues Angebot kam unter anderem der Assistenzdienst dazu, der den Menschen mit Behinderung einen individuellen Betreuer zur Verfügung stellt, um einzelne Unternehmungen – wie der Besuch von Konzerten, Ausstellungen oder Besichtigungen – verwirklichen zu können, ohne die ständige Hilfe von Angehörigen in Anspruch nehmen zu müssen. „Die Familien werden enorm entlastet. Der behinderte Mensch ist freier in seiner Entscheidung. Das ist konkrete Teilhabe am gesellschaftlichen Leben“, erklärt die Vorsitzende Monika Haslberger.
Ambulante Wohnangebote
Im Zuge der Stärkung der bürgerlichen Rechte der Menschen mit Behinderung wird immer mehr nach differenzierten Wohnangeboten, oft auch mit ambulanter Betreuung, gefragt. Die Lebenshilfe Freising ist daher gerade in der Aufbauphase des neuen Projekts „Betreutes Wohnen in Familien“. Hier werden Menschen mit Behinderung an Familien und Lebensgemeinschaften vermittelt, die sich ein gemeinsames Leben vorstellen können. Eine Betreuung durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Lebenshilfe wird gestellt. Finanziert wird das Ganze vom Bezirk Oberbayern. „Wir sind in der Findungsphase und hoffen nach einer starken Werbephase für das neue Wohnmodell auf viele Interessenten“, gibt sich Burger zuversichtlich.
Topthema: Qualifizierung
„Bei allen Entwicklungen in der Lebenshilfe Freising steht die Qualität eindeutig vor der Quantität“, so Geschäftsführer Burger. Die Mitarbeiter-Qualifizierung sei ihm daher ein großes Anliegen, aber auch, „einfach ein guter Arbeitgeber zu sein“. Nicht nur wegen des guten Betriebsklimas, sondern auch, um dem Fachkräftemangel im Sozialbereich begegnen zu können, wie Burger unumwunden zugibt: „Die Mitarbeiterrekrutierung steht bei uns ganz oben auf der Agenda.“
Spenden zur Weiterentwicklung
In unserer Zeit gewinne privates Engagement eine immer größere Bedeutung, betonte Burger. Er verwies darauf, dass bei der Lebenshilfe Freising die Frühförderung von Kindern und die Offene Behindertenarbeit nur mit Spendengeldern zu finanzieren sei. „Allein zur Weiterführung unserer bewährte Standards, aber auch für die Entwicklung neuer Angebote für Menschen mit Behinderung dürfen wir sicherlich auch auf unsere Mitbürger im Landkreis Freising setzen“, zeigte Burger sich zuversichtlich. Sonst bliebe das Ziel der vollen Teilhabe behinderter Menschen am gesellschaftlichen Leben eine reine Worthülse. Gerade während der zurückliegenden Weihnachtszeit haben viele Menschen unserer Heimat gezeigt, dass sie ein Herz für Menschen mit Behinderung haben. „Wir bedanken uns ganz herzlich dafür!“
Spendenkonten der Stiftung Lebenshilfe Freising:
Sparkasse Freising (BLZ 700 510 03): Konto 30 700
Sparkasse Moosburg (BLZ 743 517 40): Konto 32 700
Integrationsprojekt Freising (IPF) gGmbH
Hauptziel der IPF gGmbH ist die Schaffung von Arbeitsplätzen für Menschen mit Behinderung. Dazu dienen die Integrationsfirmen VivaVita für den Bereich Restaurant und Tagungen und SerVita für Dienstleistungen in Haus und Garten. Die Küche des VivaVita beliefert seit über einem Jahr sehr erfolgreich die Kantine der Berufsschule Freising. Inzwischen sind auch noch das Catering für die Wärmestube und das Kinderhaus und den Katholischen Kindergarten St. Georg in Freising dazugekommen sowie Catering und Reinigungsdienste für die Montessorischule Freising. Im Jahr 2011 soll der Catering-Bereich weiter ausgebaut werden.
Als langfristiges Projekt sucht die IPF geeignete Räume für ein Ladenprojekt: In einem mittelgroßen Lebensmittelladen (400-1000 m2 Verkaufsfläche) sollen mehrere Menschen mit Behinderungen einen neuen Arbeitsplatz finden. Die Standortfrage entwickelt sich dabei, neben der Hauptprämisse der Wirtschaftlichkeit, zu einem großen Problem. „Aber wir bleiben am Ball. Jede sich neu bietende Möglichkeit wird geprüft. Interessierte Gemeinden sind herzlich willkommen“, wirbt Burger.
Die Lebenshilfe Freising 2011 in Zahlen
Die Lebenshilfe Freising ist zum Jahresbeginn 2011 Träger von 30 Einrichtungen in insgesamt 40 Betriebsstätten. Dort werden über 1300 Personen betreut, davon über 900 Menschen mit Behinderung. Der Verein, der aktuell 470 Mitglieder zählt, beschäftigt derzeit 579 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Dazu kommen 82 Beschäftigte bei der Integrationsprojekt Freising gGmbH, darunter 13 behinderte Menschen. Die Werkstätten für behinderte Menschen Erding und Freising haben zurzeit 521 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon 412 Menschen mit Behinderung. Insgesamt ist also die Lebenshilfe Arbeitgeberin für fast 1200 Menschen.
7. Dezember 2010
„Leben helfen…“ – Benefiz-CD regionaler Musiker / Die CD ist jetzt an mehreren Verkaufsstellen im Landkreis erhältlich
Von vielen schon heiß ersehnt, von Menschen mit Behinderung in und um Freising begeistert aufgenommen und jetzt frisch aus der Presse: die CD „Leben helfen…“ ist in den Verkaufsstellen der Region eingetroffen. Und die Nachfrage war und ist da: Internetsuche, Anrufe und persönliche Nachfragen bei der Lebenshilfe in Freising und sogar bei einigen Innenstadtgeschäften offenbarten reges Interesse am außergewöhnlichen Projekt: „Leben helfen…“ – bekannte Musiker und Künstler aus dem Landkreis nahmen eine CD auf. Und das zugunsten der Lebenshilfe Freising, die sich vor allem um geistig behinderte Menschen kümmert. Die CD kostet zehn Euro. Bei Bestellungen über den Online-Shop kommen noch Versandgebühren hinzu.
Die neue CD enthält ausschließlich Eigenkompositionen. 18 hochkarätige Musiker und Bands unterstützen das Projekt völlig uneigennützig: mit neuer Volksmusik von Luz Amoi und Sauglockenläutn über Weltmusik von Pitu Pati, Rock und Pop von den Jumpin’ Jacks, Schein, PULS!, RPWL, Lampert oder Hokum bis zu jazzigen Klängen von Bürger and the Prettyboys. Viele Musiker komponierten extra für dieses Projekt neue Songs als Erstveröffentlichung. Als künstlerische Klammer für die ganze CD wurden alle Kompositionen semiakustisch („unplugged“) aufgenommen.
Die besondere Geschenkidee für Weihnachten
Die CD ist ab Samstag, 11. Dezember 2010 an mehreren Verkaufsstellen im Landkreis erhältlich:
Stadt Freising: Saturn Freising, Musikhaus Pfefferkorn, Bücher Pustet, Grimm Freising, Uhren- und Schmuckgeschäft Widmann, Jahu Musik, VivaVita-Restaurant der Lebenshilfe
Stadt Moosburg: Christian‘s Musikladen, Barbaras Bücherstube
Flughafen München: Wintermarkt im MAC am Schal-Stand
Onlineshop erreichbar über www.welttraum.org
Zugunsten und zusammen mit der Lebenshilfe Freising
Der gute Zweck der CD spricht für sich: Der Reinerlös der Aktion, nach Abzug der Produktionskosten, geht voll an die Stiftung Lebenshilfe Freising. Diese unterstützt Einrichtungen für Menschen mit Behinderung im gesamten Landkreis. Und Betreute der Lebenshilfe sind nicht nur mit heißem Herzen beim Projekt dabei sondern auch ganz konkret als Mitwirkende: Die schon vielfach begeisternd aufgetretene Band „Meister Aubeck“ wird mit einer Nummer auf der CD zu hören sein. Die Rockgruppe aus Bewohnern der Freisinger und Moosburger Wohnheime der Lebenshilfe ist das verbindende musikalische Element zwischen den helfenden Musikern und den Menschen mit Behinderung. Auch für die Gestaltung von CD-Cover und Booklet wurden Gemälde der Kreativen Werkstatt der Lebenshilfe Freising ausgewählt.
Alle Infos zur CD gibt es auf der Internetseite des Projekts: www.welttraum.org
3. Dezember 2010
Neue Wege in den Beruf für Menschen mit Handicap / Lebenshilfe-Vorsitzende zum Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung
Den ersten Menschen den ich sehe, wenn ich in mein Büro in der Geschäftsstelle der Lebenshilfe Freising gehe, ist Herr Stefan Weinzierl. Er betreut die Empfangstheke, nimmt Anrufe und Lieferungen entgegen und ist „Mädchen für alles“ – es ist etwas Wahres dran, wenn ihn manche als „wichtigsten Mann der Geschäftsstelle“ bezeichnen. Ein erfüllender, aber sonst ganz normaler Arbeitsplatz. Und dennoch etwas ganz besonderes für Herrn Weinzierl: Er hat aufgrund einer äußerst seltenen Krankheit eine Behinderung, kann nur mit einer Stützkrücke gehen und braucht einen besonderen Stuhl. Doch Stefan Weinzierl ist voller Selbstbewusstsein, denn er kann nach seinen Möglichkeiten am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Oder wie er selber sagt: „Der Empfang bei der Lebenshilfe Freising ist mein zweites Wohnzimmer!“
Der Entwurf zum neuen Leitbild der Lebenshilfe Freising, das im Frühjahr unseren Mitgliedern zur Abstimmung vorgelegt werden wird, sagt deutlich: „Die Lebenshilfe Freising unterstützt Menschen mit Behinderung, ihren Arbeitsplatz frei zu wählen, ob in einer Werkstatt für behinderte Menschen oder auf dem freien Arbeitsmarkt. Im regen Austausch mit öffentlichen Stellen und der Privatwirtschaft werden individuelle Arbeitsmöglichkeiten gesucht und der Ausbau von Arbeitsplätzen für Menschen mit Behinderung auf dem freien Arbeitsmarkt vorangetrieben. Die Lebenshilfe Freising achtet dabei besonders auf Menschen mit schweren Behinderungen.“
Sollen die Forderungen nach einer vollen Teilhabe, nach einer „Inklusion“ von Menschen mit Behinderung in das öffentliche gesellschaftliche Leben nicht nur Phrasen schöner Sonntagsreden bleiben, sind konkrete Anstrengungen nötig. In einer inklusiven Arbeitswelt muss mehr Menschen mit Behinderung die Teilhabe am Arbeitsmarkt ermöglicht werden. Die vielen „Werkstätten für behinderte Menschen“ in ganz Deutschland leisten Hervorragendes zur Beschäftigung von Menschen mit Behinderung. Sie schenken Ihnen eine Lebensaufgabe, stärken das Selbstbewusstsein und bieten darüber hinaus vielfältige kreative Angebote auch neben der Arbeit.
Aber um auch Menschen mit Handicap auf dem normalen „ersten Arbeitsmarkt“ eine faire Beschäftigung geben zu können, müssen neue integrative Formen gefunden werden. Als einziges derartiges Unternehmen im Landkreis Freising bietet unsere gemeinnützige GmbH „Integrationsprojekt Freising“ hier Arbeitsplätze in den Bereichen Restaurant, Service und Küche sowie Garten und Reinigung.
Auf dem Weg zu größerer Teilhabe, ist die Berufsausbildung für junge Menschen mit Behinderung besonders wichtig. Eine gezielte Berufsvorbereitung in den Berufsstufen der Förderschulen braucht viele kompetente Partner aus der Wirtschaft, allein schon für Praktikumsplätze. Gottlob hat die Lebenshilfe Freising schon einige Firmen unserer Region überzeugt – gerade heute wird unserem großen Partner, der Flughafen München GmbH, im Bayerischen Landtag der Integrationspreis „JobErfolg2010“ verliehen. Doch brauchen wir mehr aufgeschlossene Unternehmer, wollen wir die Inklusion von Menschen mit Behinderung vorantreiben. Dass solche Kooperationen Früchte tragen, sehen wir täglich an den strahlenden Gesichtern unserer selbstbewussten jungen Erwachsenen. Lassen auch Sie sich davon anstecken!
Ihre Monika Haslberger
1. Vorsitzende der Lebenshilfe Freising e.V.
17. November 2010
Kraftvolle Unterstützung für Kinder mit Lernschwierigkeiten: GDF SUEZ fördert Einrichtung „Lernimpuls“ der Lebenshilfe Freising
Das zu GDF SUEZ gehörende Kraftwerk Zolling startet eine Partnerschaft mit der Lebenshilfe Freising. Mit 25.000 Euro jährlich wird das Energieunternehmen die Lebenshilfe-Einrichtung Lernimpuls in den nächsten beiden Jahren unterstützen und damit die Angebote für Kinder mit Lernschwierigkeiten sichern.

Im Zentrum der Förderung durch GDF SUEZ steht der weitere Aufbau eines Experten-Netzwerks für Kinder, die unter AD(H)S leiden, das vor allem bei Jungen oft gemeinsam mit einer Hyperaktivität auftritt. Außerdem werden die Kurskosten auf einem verträglichen Niveau gehalten und Freiplätze in Einzel- und Kleingruppentherapien geschaffen. „Auch Kinder aus wirtschaftlich schwächeren Familien sollen unsere Förder- und Therapieangebote wahrnehmen können. Das ist nun dank unseres Partners auch weiterhin möglich. Denn höhere Kursgebühren wollen und können wir den Eltern nicht zumuten. Wir freuen uns deshalb sehr über dieses vorbildliche Engagement“, bekräftigt Geschäftsführer Franz Burger.
Für Lothar Schreiber, Leiter des Kraftwerks Zolling, ist die Förderung sozialer Projekte ein wichtiger Bestandteil einer guten Nachbarschaft: „Durch unser Engagement bei der Lebenshilfe Freising wollen wir unserer gesellschaftlichen Verantwortung für die Menschen in der Region gerecht werden. Eine besondere Rolle spielt dabei die regionale Verankerung des Kraftwerks Zolling im Landkreis Freising. Uns ist es ein wichtiges Anliegen, Kinder und Jugendliche mit Lernschwierigkeiten zu fördern. Erfolgreiches Lernen ist eine wichtige Schlüsselkompetenz für den weiteren Lebensweg. Auf diese Weise bauen wir jungen Leuten bereits zu Schulzeiten eine Brücke in das spätere Berufsleben und erleichtern ihnen den Berufseinstieg. Schließlich sind junge Menschen in der Gesellschaft unsere Zukunft. Mit unserem Partner, der Lebenshilfe Freising, sind wir dabei auf dem richtigen Weg.“
Der Lernimpuls richtet sich an alle Kinder im Vorschul- und Schulalter und ihre Familien, die Unterstützung im Bereich Wahrnehmung und Bewegung, Lesen, Schreiben und Rechnen, Sprache und Denken, Aufmerksamkeit und Konzentration, Verhalten und Selbstvertrauen brauchen. Dazu gehören auch Kinder und Jugendliche mit Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom AD(H)S, Legasthenie und Dyskalkulie. Zusätzlich arbeitet der Lernimpuls präventiv und fördert Kinder mit leichten Auffälligkeiten bereits im Vorschulalter durch gezielte Lern- und Förderangebote.

Im Bild: Alexandra Eichinger (Leiterin LernimPuls/Frühförderung Freising), Marc-Boris Rode (Öffentlichkeitsarbeit GDF SUEZ Kraftwerk Zolling), Franz Burger (Geschäftsführer Lebenshilfe Freising), Thomas Winter (Bereichsleiter Integration und Familie Lebenshilfe Freising), Lothar Schreiber (Kraftwerksleiter GDF SUEZ Kraftwerk Zolling), Alexa Herrmann (Bereichsleiterin Unternehmenskommunikation GDF SUEZ Berlin)
Hintergrund: GDF SUEZ
Als einer der weltweit führenden Energieversorger ist GDF SUEZ entlang der gesamten Energiewertschöpfungskette von Strom und Gas tätig, sowohl upstream als auch downstream. Die Gruppe entwickelt ihre Geschäftsaktivitäten - Energie, Energiedienstleistungen und Umwelt - im Rahmen eines verantwortungsvollen Wachstumsmodells, um die großen zukünftigen Herausforderungen zu meistern: den Energiebedarf zu decken, den Klimawandel zu bekämpfen und dabei die verfügbaren Ressourcen effizient zu nutzen. GDF SUEZ setzt sowohl auf diversifizierte Versorgungsquellen als auch auf eine flexible und hocheffiziente Stromerzeugung, um damit innovative Energielösungen zu finden: für jeden Einzelnen, für Kommunen und für Unternehmen. Die Gruppe beschäftigt weltweit 200.650 Menschen und erwirtschaftete 2009 einen Umsatz von 79,9 Mrd. Euro. GDF SUEZ ist an den Börsen in Brüssel, Luxemburg und Paris gelistet und in den wichtigsten internationalen Indizes vertreten: CAC 40, BEL 20, DJ Stoxx 50, DJ Euro Stoxx 50, Euronext 100, FTSE Eurotop 100, MSCI Europe und ASPI Eurozone.

Im Bild: „Belobigungs-Sterne“ als Dank des Lernimpulses für die Delegation von GDF SUEZ
10. November 2010
Freisingerin jetzt führend im Bundesverband Lebenshilfe / Monika Haslberger wurde zur Stellvertretenden Bundesvorsitzenden gewählt
Die Region um Freising hat seit Ende Oktober eine Vertreterin auf Bundesebene mehr. Monika Haslberger, seit 1999 Erste Vorsitzende der Lebenshilfe Freising, wurde bei der Mitgliederversammlung im hessischen Marburg zur Stellvertretenden Vorsitzenden der Bundesvereinigung Lebenshilfe gewählt. Diese vertritt auf Bundesebene die rund 135 000 Mitglieder der 523 Orts- und Kreisvereinigungen und 16 Landesverbände der Lebenshilfe. Sie vereint in ganz Deutschland Menschen mit geistiger Behinderung, Angehörige, Freunde und Fachleute und betreut in verschiedenen Einrichtungen rund 170 000 geistig beeinträchtigte Menschen.
„Ich werde wohl noch weniger als ohnehin in meiner Heimatregion Freising sein können“, bedauert dies Frau Haslberger im Interview. Trotzdem freut sie sich auf die Herausforderungen in der neuen Position: „Ich werde mehr Zeit investieren müssen. Das ist aber eine gute Investition!“ Es werden vor allem Besuche bei anderen Lebenshilfe-Vereinen sein, die sie stellvertretend für den Bundesvorsitzenden Robert Antretter aus dem württembergischen Backnang wahrnehmen wird. „Da entstehen sicher neue Ideen und Kontakte, die ich auch für die Freisinger Lebenshilfe fruchtbar machen will“, erklärt Haslberger. „Zum Glück werden es wohl mehr Termine in der südlichen Hälfte Deutschlands sein. Das werden wir im Geschäftsführenden Vorstand der Bundes-Lebenshilfe mit meinem Stellvertreterkollegen Rolf Flathmann aus Bremerhaven sicher gut einteilen.“
Monika Haslberger freut sich auch über den Vertrauensbeweis, den ihr der Landesverband Bayern mit ihrer Nominierung für die neue Position geleistet hat. „Ich habe von meinen Kolleginnen und Kollegen im Freistaat immer große Unterstützung erfahren. Die kann ich gut gebrauchen im Bundesvorstand, dem ich seit zwei Jahren angehöre, und jetzt als Stellvertreterin. Ich hoffe auch, besonders für Bayern und Freising Einfluss nehmen zu können."
Denn wenn es um Menschen mit Behinderung im Landkreis Freising geht, kommt kaum einer an der Lebenshilfe Freising vorbei: Über 1300 Menschen werden hier von über 700 hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern betreut. Die Lebenshilfe bietet dabei Hilfen vor allem für Menschen mit einer geistigen Behinderung vom Kleinkind bis zum Senioren an.

Im Bild: Der Bundesvorsitzende der Lebenshilfe, Robert Antretter, zwischen seinen neuen Stellvertretern Monika Haslberger von der Lebenshilfe Freising und Rolf Flathmann von der Lebenshilfe Bremerhaven. (Foto: Hans D. Beyer)
11. Oktober 2010
Ganz regional – Musiker für die Lebenshilfe Freising / Neue CD hilft Menschen mit Behinderung in unserer Heimat
Aus einer „antialkoholischen Bierlaune“ entstand eine zündende Idee, die benachteiligten Menschen in der Region Freising helfen soll. Die Vollblut-Musiker Martin „Butsch“ Biechele und Dierk Püster von der Freisinger Band PULS! verbinden damit ihre größte Passion, die Musik, mit ihrem großen sozialen Herzen. Und raus kam dabei diese Idee: „Leben helfen…“ – ein musikalisches Projekt mit bekannten Musikern und Künstlern aus dem Landkreis zugunsten der Lebenshilfe Freising, die sich vor allem um geistig behinderte Menschen kümmert.
Die neue CD soll ausschließlich Eigenkompositionen der teilnehmenden Künstler beinhalten. 17 hochkarätige Musiker und Bands unterstützen das Projekt völlig uneigennützig. Und was da alles zusammenkommt: von neuer Volksmusik mit Lampert, Luz Amoi und Sauglockenläutn über Weltmusik von Pitu Pati und Norbert Bürger bis zu Rock und Pop von den Jumpin’ Jacks, RPWL und die Trash-Metaler von Hokum. Viele Musiker komponierten extra für dieses Projekt neue Songs als Erstveröffentlichung. Als künstlerische Klammer für die ganze CD wurden alle Kompositionen semiakustisch („unplugged“) aufgenommen.
Die CD erscheint Mitte November und soll der größeren Verbreitung wegen vor allem Firmen ansprechen. Dierk Püster erklärt: „Die Förderer bestellen eine Anzahl CDs zu einem festgelegten und sehr günstigen Stückpreis. Diese bezahlten Sampler eignen sich dann zum Beispiel hervorragend als Kunden- oder Mitarbeitergeschenk zu Weihnachten“.
Erste Förderer unterstützen das Projekt bereits:
Hofbrauhaus Freising
Schlossbrauerei Au-Hallertau
Getränke Winklmeier Zolling
BIOZOL Eching
Autohaus Vollmann GmbH
Bockhorni Maschinen- und Werkzeug-Verleih Hallbergmoos
Casa Vivendi Erding
Spedition Fitzner Fahrenzhausen
Versus Barbershop Freising
Friseursalon Haarscharf Freising
Wegen der enormen Nachfrage durch Privatpersonen haben sich die Organisatoren nun ganz aktuell entschlossen, die CD auch über einen Online-Shop zu vertreiben. Hier kann die CD jeder bestellen und gleichzeitig auch etwas Gutes tun. Natürlich kann es passieren, dass jemand der bereits eine CD gekauft hat, noch ein Exemplar von einem der Förderer geschenkt bekommt. Das macht aber gar nichts. Einfach weiterverschenken! Ist ja für einen guten Zweck.

Der gute Zweck der CD spricht für sich: Der Reinerlös der Aktion, nach Abzug der Produktionskosten, geht voll an der Lebenshilfe Freising e.V., die das Projekt mit heißem Herzen unterstützt. Und das nicht nur mit ihren guten Wünschen sondern auch ganz konkret als Mitwirkende: Die schon vielfach begeisternd aufgetretenen Band „Meister Aubeck“ wird mit einer Nummer auf der CD zu hören sein. Die Rockgruppe aus Bewohnern der Freisinger und Moosburger Wohnheime der Lebenshilfe ist das verbindende musikalische Element zwischen den helfenden Musikern und den Menschen mit Behinderung. Für die Gestaltung von CD-Cover und Booklet wurden Gemälde der Kreativen Werkstatt der Lebenshilfe Freising ausgewählt.
Alle Infos zur CD mit Sponsorenanfrage und Link zum Shop gibt es auf der Internetseite des Projekts: www.welttraum.org
11. Oktober 2010
Neue Ära für Kleinkinder bei der Lebenshilfe Freising / Integrative Krippengruppen in Freising und Eching als neues Angebot
Im Echinger integrativen Kindergarten „Bunte Arche“ war es im Rahmen des traditionellen Herbstfestes. Im Freisinger „Veitshof“ begrüßten die Kindergartenkinder ihre kleinen Kollegen mit Lieder und einem riesigen Geschenk. Bei beiden Gelegenheiten wurden kürzlich die neuen Krippengruppen an den integrativen Kindergärten der Lebenshilfe Freising feierlich eröffnet. „Damit eröffnen wir eine neue Ära bei der Lebenshilfe“, erklärt Geschäftsführer Franz Burger. Gerade in Zeiten wo Eltern dringend nach Krippenplätzen Ausschau halten und der Bedarf bei weitem noch nicht gedeckt sei, beweise die Lebenshilfe wieder einmal ihre Offenheit für Innovationen und ihr Angebot an konkrete Hilfen für Menschen mit und ohne Behinderungen.
In der Echinger „Bunte Arche“ durften die neuen Krippenkinder endlich ihre frisch renovierten und neu eingerichteten Räume in Besitz nehmen. Kindergartenleiterin Elisabeth Kowoll: „Die Betreuerinnen haben sich intensiv mit den Bedürfnissen von Krippenkindern beschäftigt. So ist eine kleinkindgerechte Umgebung entstanden, in der den Kindern der Übergang in diese außerfamiliäre Betreuung gut gelingen kann.“ Kinder und Eltern sollen sich langsam und so, wie es ihnen am besten entspricht, eingewöhnen. Wichtig ist am Anfang der Aufbau einer vertrauensvollen Beziehung zwischen Betreuerin und Kind, das Erleben von Gruppenritualen und das freie, selbstgewählte Spiel. Ziel ist es, dass die Kinder in der Krippe einen Ort finden, der ihnen Vertrauen gibt, an dem sie sich gerne unter liebevoller Begleitung der Mitarbeiter selbständig und frei entfalten können. „Sie sollen jeden Tag voller Freude in die Krippe kommen, neue Erfahrungen und Entwicklungsschritte machen“, fasst Frau Kowoll zusammen. Umgesetzt wurde das gleich beim Echinger Herbstfest mit Ausgezogenen, Zucchini-Muffins und Kürbissuppe sowie einem Schattenspiel zum Bilderbuch „Einer für alle – Alle für einen“.
Auch der Freisinger Lebenshilfe-Kindergarten brach zu neuen Ufern auf – wortwörtlich neben der Moosach. Direkt am gewohnten Gebäude „Am Veitshof“ stehen schon lange die Container – bislang Ausweichheimat für den Katholischen Kindergarten St. Georg –, in die jetzt die Krippengruppe „Veitshof II“ eingezogen ist. Krippenleiterin Alexandra Voll erzählt von den ersten Wochen mit den Kleinen: „Bevor die Kinder den Container erobern konnten, gab es viel zu tun. Das neue Team hat sich kennen gelernt, und gemeinsam haben wir uns intensiv mit den Bedürfnissen der Kinder und den neuen Räumen auseinandergesetzt. Zuallererst sind diese einen Platz zum Ankommen und Wohlfühlen.“ Schritt für Schritt gelte es dabei, eine tragfähige und gute Beziehung und Bindung zwischen Kindern und Personal aufzubauen. „Damit ermöglichen wir den Kindern einen guten Start in das neue Krippenleben in unserer Käfergruppe“, gibt sich Leiterin Voll überzeugt. Ersten Besuch hatten die Krippenkäfer auch schon: Die Kindergartenkinder vom „Veitshof I“ zogen in langer Schlange zum Nachbarhaus und rollten ein Wägelchen mit einem rosa Riesengeschenk mit. Große Augen gab es bei den Krippenkindern, als aus dem Paket Spielzeug für den Sankdkasten purzelte. „Jetzt dürft ihr in unserem Garten mitspielen. Das Türchen ist immer offen“, lud Kindergartenleiterin Getraud Aiger vom „Veitshof I“ ein.
1. Oktober 2010
Mit einer multireligiösen Segnung eröffnete die Lebenshilfe offiziell die Containeranlage an der Erdinger Straße in Freising-Lerchenfeld

Weniger schön als nützlich ist die Containeranlage an der Erdinger Straße 90 in Freising-Lerchenfeld, die für die kommenden zwei Jahre die heilpädagogischen Einrichtungen der Lebenshilfe Freising beheimatet. Während an ihrer alten Stätte an der Gartenstraße 42 Bagger und LKWs den Großteil der sanierungsfälligen Fröbelschule für einen Neubau abreissen, feierten Schüler, Pädagogen, Verwaltungskräfte und ihre geladenen Gäste in der etwas beengten Aula die Segnung der Gebäude.

Nach der Begrüßung durch die Bereichsleiterin Bildung und Erziehung, Frau Hildegard Waldinger, stellten die Kinder und Jugendlichen mit Bildern und Schautafeln ihre eigenen Bereiche vor: Heilpädagogischer Kindergarten, Fröbelschule, Heilpädagogische Tagesstätte, Berufsschulstufe und Zentraler Fachdienst.

Um Glück und Segen für Schüler und Lehrkräfte beteten die Geistlichen: für die Muslime Imam Eyp Pastellen und Ismet Ünal von der Islamischen Gemeinde Freising, für die Christen der evangelische Pfarrer Thomas Prusseit und Axel Windecker, katholischer Stadtpfarrer der Gemeinde St. Lantpert in Lerchenfeld. Gemeinsam mit Schülerinnen und Schüler, die Fürbitten sprachen, und mit Hilfe von Gitarre und Liedern, segneten die beiden Pfarrer Gebäude und Menschen.

In Vertretung des Geschäftsführers Franz Burger wünschte Monika Haslberger, 1. Vorsitzende der Lebenshilfe Freising, allen viel Glück und Freunde in der Übergangsstätte und dankte allen Helfern ganz herzlich, die diesen Kraftakt eines Umzugs einer ganzen Schule so erfolgreich bewerkstelligt hätten.
Offiziell eröffnete jedoch Dominik Hübsch, selbst Schüler der Berufsschulstufe und Schulsprecher, die Containeranlage, indem er ein rotes Band zerschnitt. In seiner kurzen Ansprache drückte er Neugier auf die ungewohnte Umgebung und Vorfreude auf den dann in zwei Jahren fertigen Neubau aus: "Wir haben uns nur verbessert. Alles ist schöner als gedacht. Wir freuen uns aber auch darauf, wenn wir wieder im neuen Haus sind." Bis dahin sei jedoch die Containerschule "sehr luxuriös".

9. September 2010
Dritter Handicap-Cup zugunsten der Stiftung Lebenshilfe auf der Golfanlage Holledau
Fast 50 Golfspieler haben den Spaß am Golfspielen mit dem Einsatz für die gute Sache verbunden. Der Handicap-Cup, das offene Benefizgolfturnier zugunsten der Stiftung Lebenshilfe Freising auf der Golfanlage Holledau, erzielte Einnahmen von rund 3.100 Euro zugunsten von Menschen mit Behinderung im Landkreis. Die Schirmherrschaft des Turniers hatte die Flughafen München GmbH übernommen und durch eine Geldspende die Bilanz des Turniers weiter verbessert. Zahlreiche Geschäfte aus Freising und Umgebung hatten die Veranstaltung mit Sachspenden unterstützt. Zu gewinnen gab es unter anderem einen Lufthansa-Inlandsflug für zwei Personen, einen Gutschein für ein Wochenende mit einem Audi A5 Cabriolet sowie einen Reisegutschein im Wert von 150 Euro.
Organisatorin und Lebenshilfe-Vorsitzende Monika Haslberger dankte allen Spendern, Spielern und Sponsoren: „Helfen kann großen Spaß machen! Wir freuen uns sehr über jeden einzelnen gespendeten Euro und jedes Zeichen der Solidarität, das behinderten Menschen auch in Zukunft die bestmögliche Förderung und Unterstützung ermöglicht,“ so Haslberger. Auf die Lebenshilfe Freising kommen in den nächsten Jahren große Investitionsausgaben zu: Für den Neubau der Heilpädagogischen Tagesstätte, die zum Förderzentrum Fröbelschule gehört, muß die Lebenshilfe Eigenmitteln in ganz erheblichem Umfang aufbringen.
Die Ergebnisse:
Bruttosieger:
Fabian Duschl (Mitte) zwischen Andreas Zeising vom Golfclub Holledau und Monika Haslberger, Vorsitzende der Lebenshilfe Freising.

Nettosieger Klasse A:
1. Richard Mayerhofer (35 Punkte)
2. Alberto Baldini (35 Punkte)
3. Ulrich Subklew (32 Punkte)
Nettosieger Klasse B:
1. Brunhilde Krawitz (39 Punkte)
2. Rene Hesse (34 Punkte)
3. Sabine Pfister (34 Punkte)
Nettosieger Klasse C:
1. Eckhard Schindler (63 Punkte)
2. Darja Salaske (51 Punkte)
3. Marcus Peitz (48 Punkte)
Longest Drive Damen: Angelika Betz
Longest Drive Herren: Fabian Duschl
Herzlichen Dank an alle Spielerinnen und Spieler für die Teilnahme und Unterstützung!

Wir danken der Flughafen München GmbH für die Übernahme der Schirmherrschaft und Familie Zeising von der Golfanlage Holledau für die hervorragende Zusammenarbeit und Unterstützung, sowie all unseren Spendern und Sponsoren:
Allresto, Flughafen München
AUDI Zentrum Hannover
Culinaria Feinkost, Freising
Eurotrade, Flughafen München
Golfclub Eichenried
Haushaltswaren Grimm
Hasit Trockenmörtel GmbH, Freising
Hotel Kempinski am Flughafen München
Kathi´s Steakhaus, Freising
Lufthansa AG
Reisemarkt in den Freisinger Altstadtgalerien
Schrödls Restaurant, Freising
Schlafstudio Freising
6. August 2010
Ich, du und die anderen / Fernsehbericht über den Besuch von Schülern der Berufsschulstufe beim Weltkongress Inclusion in Berlin
Von 15. bis 18. Juni 2010 war eine Gruppe der Lebenshilfe Freising aus Menschen mit Behinderung, Betreuern, Vorstandsmitglied Robert Wäger und Geschäftsführer Franz Burger beim „Weltkongress Inclusion“ in Berlin. Als Mitveranstalter richtete die Bundesvereinigung Lebenshilfe die Aufmerksamkeit internationaler Gäste und der Presse auf die Fortschritte bei der Inklusion behinderter Menschen, der vollen Teilhabe an der „normalen“ Gesellschaft.

Aus diesem Anlass drehten die preisgekrönte Fernsehredakteurin Anita Read der Arbeitsgemeinschaft Behinderung und Medien e.V. einen Film über eine Schülerin unserer Berufsschulstufe und ihre Freunde, ihre Lebenssituation in Freising und ihre Erfahrungen beim Kongress und in Berlin.
Der Fernsehbericht wurde schon am 6. August in der Sendung „Aus anderer Sicht“ bei 3sat ausgestrahlt. Jederzeit abrufbar ist jedoch auf der Internetseite der Sendung bei 3sat. Ein kleiner Film über die berufliche Integration eines weiteren BSS-Schülers zeigt das Schweizer Fernsehen D:SF am Samstag, 4. September um 11.15 Uhr.

15. Juli 2010
Für mehr Teilhabe behinderter Menschen in Schule und Gesellschaft / Landtags-Abgeordnete aus Freising diskutierten mit der Lebenshilfe

Um sich die Größenordnungen bewusst zu machen erläuterte Burger die aktuellen Kennzahlen der Lebenshilfe Freising: Über 1300 Menschen würden von über 700 hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern betreut, was einen jährlichen Kostenaufwand von 28 Millionen Euro verursache. Die Lebenshilfe biete dabei Hilfen für behinderte Menschen vom Kleinkind bis zum Senioren an.
Größtes Projekt sei zurzeit Abriss und Neubau des Förderzentrums Fröbelschule an der Freisinger Gartenstraße, der in wenigen Wochen beginne, so Burger. Mit diesem Vorhaben sei man Vorreiter in der aktuellen Debatte um die Inklusion behinderter Menschen, d.h. deren möglichst volle Teilhabe am normalen gesellschaftlichen Leben: „Wir wollen damit die Forderungen der seit 2009 verbindlichen UN-Konvention über Rechte von Menschen mit Behinderung umsetzen. Daher wollen wir den Neubau im Jahr 2012 als Schule für Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung eröffnen.“ Ein aktuelles Positionspapier der kirchlichen Förderschulträger und der Lebenshilfe in Bayern sowie eine Petition der Freisinger Lebenshilfe an den Bayerischen Landtag sollen dieses Engagement politisch bekräftigen. Tenor sei darin: „Alle Schulen müssen personell und materiell so ausgestattet werden, dass jedes Kind die seinem Förderbedarf entsprechende Bildung erhält.“ Diese integrative Bildung sei jedoch nicht zum Nulltarif zu haben, stellte Burger klar.
Alle drei Landtagsabgeordneten begrüßten diesen zukunftsweisenden Ansatz. Florian Herrmann: „Ich kenne die Lebenshilfe schon so lange, dass ich dieses Projekt in guten Händen weiß.“ „Das Problem ist“, warf Landrat a.D. Pointner ein, „dass zurzeit alles, was Geld kostet, vor der Aufstellung des neuen Staatshaushalts erst einmal abgelehnt oder verschoben wird.“ Jetzt zeige sich, dass erfolgreiche Modelle, wie die Kooperation der Fröbelschule mit der Freisinger Grundschule St. Korbinian, fast ausschließlich auf dem freiwilligen Engagement einzelner Lehrer aufbaue. Christian Magerl ergänzte, dass die feste Etablierung solcher Versuche vielfältige Widerstände vom Kultusministerium bis zu den Regelschulen vor Ort hervorrufen könne. Monika Haslberger: „Zudem kämpft das Förderschulsystem immer noch mit dem Stigma, dass Eltern ihr ‘gesundes’ Kind nicht in die ‘Sonderschule’ schicken wollen.“ Wohl nur eine „gelernte“ Teilhabe behinderter Menschen von der Kleinkindförderung über integrative Kindergärten bis in die Schulen und darüber hinaus baue Vorurteile mit der Zeit ab, gab Haslberger zu Bedenken.
Zur allgemeinen Finanzsituation berichtete Geschäftsführer Franz Burger von ersten Erfahrungen mit der neuen Zuständigkeit des Bezirks Oberbayern: Eine Verbesserung sei bei der Offenen Behindertenarbeit (OBA) festzustellen. Die OBA der Lebenshilfe habe dafür den Auftrag des Bezirks für umfassende Offene Hilfen auch für Körperbehinderte und Sinnesbeeinträchtigte erhalten. Die Angebote habe man beträchtlich erweitert, und auch die finanzielle Situation sei zufriedenstellend. „Was man von der Frühförderung absolut nicht sagen kann! Die erhebliche Unterfinanzierung durch den Bezirk hat schon jetzt ein sechsstelliges Defizit bewirkt. Das ist ein unhaltbarer Zustand“, so Burger. Darüber hinaus wurden Kürzungen des Bezirks Oberbayern beim Stellenschlüssel angekündigt. Die Position der Lebenshilfe Freising dazu ist, so Burger: „In der Hilfe für geistig behinderte Menschen gibt es kein wesentliches Einsparungspotential. Bei der eigentlichen Betreuungsleistung sind wir am Rand des Möglichen angelangt. Weitere Kürzungen betreffen daher direkt bestehende Mindeststandards. Darüber hinaus kann man bei Menschen mit sehr schweren Behinderungen eher von einer Unter- als Überversorgung sprechen.“ Burger bat die Abgeordneten, sich gemeinsam mit den Fachleuten Gedanken zu machen, aus welchen anderen finanziellen Töpfen dieser Missverhältnis zu decken sei.
Alle drei Landtagsabgeordneten bedankten sich für die Informationen aus erster Hand und regten an, diese Runde in regelmäßigen Abständen zu wiederholen. Lebenshilfe-Vorsitzende Haslberger und Geschäftsführer Burger zeigten sich darüber hoch erfreut und luden alle auch zu Einrichtungsbesichtigungen oder Praxistagen ein.
